IHK zum Brexit-Antrag

Unternehmen müssen sich auf Einschränken im Handel einstellen

Großbritannien hat heute offiziell den Austritt aus der Europäischen Union beantragt. Für die Unternehmen aus der Region der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund bedeutet dies Einschränkungen im Warenverkehr mit einem der wichtigsten Handelspartner. 260 Unternehmen aus der IHK-Region sind außenwirtschaftlich in Großbritannien aktiv.
In einer aktuellen Umfrage unter exportorientierten Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna gehen 43 Prozent der Befragten davon aus, dass ihr Geschäft in Großbritannien bereits im laufenden Jahr schlechter laufen wird. Ursache dieser negativen Stimmung ist der schon lange angekündigte und nun förmlich beantragte Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.
Bei den jetzt beginnenden Austrittsverhandlungen wünschen sich die befragten Unternehmen vor allem, dass der freie Warenverkehr erhalten bleibt und zusätzliche Kosten durch Zölle und Steuern verhindert werden (80 Prozent), die zusätzliche Bürokratie durch Zolldokumente usw. gering gehalten (73 Prozent) und ein freier Kapital- und Zahlungsverkehr gewährleistet wird (63 Prozent). Interessanterweise planen 94 Prozent der Unternehmen trotz Bexit erst einmal keine Verlagerung ihrer Investitionsausgaben auf andere Märkte.
„Großbritannien ist mit einem Volumen von über 13 Milliarden Euro der drittwichtigste Exportmarkt der NRW-Wirtschaft. Die Handelsbeziehungen sind über Jahrzehnte gewachsen und werden trotz Brexit nicht einfach aufgegeben. Aber natürlich müssen sich die Unternehmen im Zuge des Brexit auf Einschränkungen einstellen, welche auch die bisher hohe Dynamik des Handels mit Großbritannien negativ beeinflussen werden“, sagt Wulf-Christian Ehrlich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund und Leiter des Bereichs Internationales.
29. März 2017