Stickstoffdioxid-Belastung

IHK setzt auf Dialog und Realisierung des B1-Tunnels

IHK setzt auf Dialog und Realisierung des B1-Tunnels
Schreiber: Regionale Wirtschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht
Bei der neuerlich aufkeimenden Diskussion um die Stickstoffdioxid-Konzentration entlang der B1 auf Dortmunder Stadtgebiet setzt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund Stefan Schreiber auf einen offenen Dialog mit der für die Anordnungen von Maßnahmen zuständigen Bezirksregierung Arnsberg. An ihm müssten auch Experten für den überregionalen Verkehr von Straßen NRW und Betroffene aus Kommunen, Wirtschaft und Bürgerschaft beteiligt werden.
Gleichzeitig verweist Schreiber auf die Erfolge bei der Bekämpfung der Luftbelastung in den vergangenen Jahren. Die regionale Wirtschaft habe ihre Hausaufgaben gemacht. So habe sich die Zahl der Nutzfahrzeuge mit grüner Plakette seit Einführung der Umweltzonen mehr als verdreifacht. Darüber hinaus haben die von der IHK angestoßenen Maßnahmen wie „Mobil.Pro.Fit.“, „CargoBike Dortmund“ oder Ladezonen in der Innenstadt einen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen geleistet. Ziel der IHK sei es, nicht nur für Anliegerverkehre, sondern auch für Lkw außerhalb eines Radius von 70 km, die Erreichbarkeit von Gewerbe und Handelsstandorten sicher zu stellen. Würde man nur noch der höchsten Emissionsklasse (Euro VI-Norm) die Durchfahrt erlauben, würde man 97 Prozent der Lkw, 80 Prozent der Busse und einen großen Teil der Pkw aussperren.
Schreiber fordert, dass die Planung des B1-Tunnels endlich in die höchste Prioritätsstufe beim Land NRW hochrückt. Hierin sieht er eine Lösung des Problems. Die IHK hat mehrfach kritisiert, dass bei der Einstufung in den Bundesverkehrswegeplan die Emissionswirkung für die Bürger und die Vermeidung von Verkehrsbeschränkungen für die Wirtschaft kaum berücksichtigt worden sind.
Der IHK-Chef fordert, dass bei der Anordnung von Durchfahrtsverboten dringend zu prüfen ist, welche anderen Wege die Fahrzeuge alternativ nutzen müssten. Die B1 im Stadtgebiet Dortmund wird täglich von rund 70.000 Kfz (Messpunkt Aplerbeck), darunter 7.000 Lkw befahren. Diese könnten die umliegenden Autobahnen nur schwerlich aufnehmen. Schreiber befürchtet vielmehr die Verdrängung der Stickstoffdioxid-Belastung in andere Stadtteile.
15. März 2017