Wirtschaftsgespräch im Lippe-Berufskolleg Lünen

In Lünen ist vieles in Bewegung

Rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung konnte Dr. Ansgar Fendel, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, am 13. Juni zum traditionellen IHK-Wirtschaftsgespräch im Lippe-Berufskolleg Lünen begrüßen. Sein besonderer Willkommensgruß galt Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, dem Schulleiter des Berufskollegs Arno Franke, Prof. Dr. Bert Leerkamp von der Bergischen Universität Wuppertal, dem neuen Wirtschaftsförderer Eric Swehla und dem künftigen technischen Beigeordneten Arnold Reeker. Fendel betonte, dass die Konjunktur in Deutschland in einer guten Verfassung sei und die deutsche Wirtschaft sich trotz weltpolitischer Turbulenzen wie ein Fels in der Brandung erweise. Aber nicht nur international, sondern auch national sei vieles in Bewegung – so auch in Lünen. Als Beispiele nannte er die positive Entwicklung beim Haushalt, das Forensik-Urteil und das 675-jähriges Bestehen der Stadt. Wie lebendig Lünen ist, belegt auch eine kleine Broschüre der IHK unter dem Motto „Wussten Sie schon, dass in Lünen …“
Im weiteren Verlauf des Wirtschaftsgesprächs berichtete Arno Franke über die praxisorientierte Berufsausbildung am Lippe-Berufskolleg. Mit einem „Digitalen Bildungspakt Lüner Schulen“ wollen die Stadt Lünen und der Verein Pro Lünen – ausgehend vom Lippe-Berufskolleg – die digitale Kompetenz der Schüler und Lehrer an den 26 Schulen am Standort nachhaltig und zukunftssicher entwickeln.
IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber sagte spontan die Unterstützung der IHK zu. „Mit unseren Netzwerken und der Kernkompetenz bei der beruflichen Ausbildung und Qualifizierung kann die IHK mithelfen, die digitale Kompetenz in den Lüner Schulen zu optimieren. Die digitale Fitness von Schülern und Lehrern schafft Zukunft.“
In seinem Bericht über Aktuelles aus der IHK betonte Hauptgeschäftsführer Schreiber, dass sich die Selbstverwaltung der Wirtschaft in einem stetigen Wandel befinde. Die IHK nutze alle Chancen der Effizienz- und Qualitätssteigerung. Hierbei setze man auch konsequent auf das Ehrenamt. Ohne das Engagement dieser Personen sei die IHK-Arbeit nicht leistbar. Schreiber nutze die Gelegenheit, um für die Wahl zur Vollversammlung im Oktober und November zu werben. 84 Unternehmerinnen und Unternehmer aus den Städten Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna werden von rund 55.000 Unternehmen in das Parlament der Wirtschaft gewählt. Dabei gilt der urdemokratische Grundsatz: Ein Unternehmen – eine Stimme.
Das so gewählte Parlament bestimmt die Richtlinien der IHK-Arbeit, erarbeitet den Legitimationsteppich ihres Handelns und beschließt über alle Fragen, die für die regionale gewerbliche Wirtschaft und die Arbeit der IHK relevant sind. Es setzt sich beispielsweise für eine bessere Verkehrsinfrastruktur, die Förderung der Innenstädte und die Ausweisung von Gewerbeflächen ein. Die Mitarbeit an diesem vom Gesetzgeber vorgegebenen Organ ist ein Privileg und eine Ehre – für unser Land von größter Wichtigkeit und Bedeutung.
Die Arbeit der IHK werde auch von den Koalitionären in Düsseldorf bei ihren Sondierungsgesprächen gehört. So habe man wichtige Impulse für die künftige Bildung-, Energie- und Verkehrspolitik geben können. Die Handschrift der IHK werde im neuen Koalitionsvertrag eindeutig erkennbar sein.
In einem kurzweiligen Zwiegespräch zwischen Hauptgeschäftsführer Schreiber und Bürgermeister Kleine-Frauns versuchte Schreiber, Kleine-Frauns Dinge aus der Lünener Politik zu entlocken, die man nicht jeden Tag in der Zeitung nachlesen kann.  Über ein Verkehrskonzept für Lünen referierte Prof. Dr. Bert Leerkamp von der Bergischen Universität Wuppertal. Dabei wurde deutlich, dass sowohl im Individual- als auch im Straßengüterverkehr akuter Handlungsbedarf bestehe.
Zum Abschluss des IHK-Wirtschaftsgesprächs zeichneten Bürgermeister Kleine‑Frauns und Hauptgeschäftsführer Schreiber den Geschäftsführer der EBG-Group, Dag Hagby, für sein bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement aus. Ohne Dag Hagby wäre die E-Mobilität in skandinavischen Ländern wie Norwegen und Schweden bei Weitem noch nicht so weit fortgeschritten wie es jetzt der Fall ist. Beide Länder stehen heute in Europa und damit wahrscheinlich weltweit an der Spitze der elektrifizierten Mobilität. Dag Hagby ist somit auch ein internationaler Innovationsbotschafter für „made in Lünen“. Ganz nebenbei erhöht er gerade signifikant die Anzahl seiner Mitarbeiter – allein am Standort Lünen in den vergangenen Jahren um 60. Auch das bringt positive Effekte für diese Stadt.
13. Juni 2017