Der kommunale Einzelhandel

IHK legt Handelsreport Kreis Unna vor

Neue Broschüre analysiert die Strukturen des kommunalen Einzelhandels
Die Strukturen des stationären Einzelhandels in den zehn Kommunen des Kreises Unna haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Diese Entwicklung veranschaulicht der neue 60-seitige IHK-Handelsreport Kreis Unna 2016, den die BBE Handelsberatung im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund erarbeitet hat. So ist etwa die Zahl der Betriebe, die größer als 650 Quadratmeter (650+) sind, deutlich gestiegen. 2001 gab es im Kreisgebiet 160 dieser 650+-Betriebe, mittlerweile sind es 217 – ein Plus von 69 Prozent. Auch die Gesamtverkaufsfläche der 650+-Betriebe hat sich in diesem Zeitraum um insgesamt 27 Prozent vergrößert. „Um im Wettbewerb untereinander und gegenüber dem Onlinehandel konkurrenzfähig zu bleiben, setzen viele stationäre Einzelhandelsunternehmen auf moderne und großzügiger gestaltete Verkaufsflächen“, erläutert IHK-Referent Patrick Voss diesen Trend. Zusammen mit IHK-Geschäftsführer Ulf Wollrath und Jörg Lehnerdt (BBE Handelsberatung) stellte Voss den Report heute beim Pressegespräch im Meisterhaus Unna vor.
Mit dem Handelsreport Kreis Unna bietet die IHK Betreibern, potenziellen Investoren und Interessierten einen guten Überblick über die Einzelhandelsstrukturen in den zehn Kommunen des Kreises Unna. „Eine starke und wettbewerbsfähige Einzelhandelslandschaft im Kreis Unna und der gesamten Region ist wichtig. Lebendige und attraktive Innenstädte und Stadtteilzentren können nur durch das Zusammenspiel von Einzelhandel, Gastronomie, Verwaltungseinrichtungen und Kultur- und Freizeitangeboten florieren. Dabei dient der Einzelhandel nach wie vor als Frequenzbringer“, so Wollrath.
Das für den Einzelhandel relevante Kaufkraftpotenzial für den gesamten Kreis liegt bei knapp 2,4 Milliarden Euro. Aber in welcher Kommune ist die Kaufkraft am höchsten? Wo unterstützen Werbegemeinschaften den Einzelhandel? Und wie stark ist die Internetpräsenz der Händler? Die neue Publikation gibt Antworten, zeigt Stärken und Schwächen des Einzelhandels in den Kommunen auf. Dabei überwiegen die positiven Aspekte. „Der Kreis Unna als Teil des ‚Speckgürtels‘ der Metropole Ruhr weist weiterhin gute Voraussetzungen für leistungsstarken und zukunftsfähigen Einzelhandel auf. Durch die Nähe zum Oberzentrum Dortmund ist aber auch der Wettbewerbsdruck hoch. Die Akteure vor Ort müssen zukünftig noch intensiver zusammenarbeiten“, sagt BBE-Berater Lehnerdt.
Weitere Kernaussagen zum Handelsreport Kreis Unna 2016:
  • Die zehn Kommunen im Kreis Unna sind von sehr unterschiedlichen Siedlungs- und Handelsstrukturen geprägt. Neben traditionellen Einkaufsinnenstädten und einigen leistungsstarken Fachmarktstandorten gibt es auch ländliche Teilräume mit lediglich Nahversorgungsangeboten.
  • Der stark wachsende Onlinehandel verändert die bisherigen Standortbedingungen für alle Marktteilnehmer erheblich: Vor allem Anbieter von typischen Innenstadtsortimenten (Bekleidung, Schuhe, Sport, Spielwaren, Bücher, Elektronik) haben bereits große Marktanteile verloren. Viele Unternehmen möchten zum „Multichannel“-Anbieter werden und den Online-Boom nutzen, oftmals fehlen aber die Voraussetzungen.
  • In den größeren Innenstädten Unna, Lünen, Schwerte, Kamen und Werne gibt es oft noch Nachholbedarf bei „Multichannel-Fähigkeit“ und Internetpräsenz. Die vorhandenen Strukturen bieten aber gute Voraussetzungen für eine digitale Einkaufsstadt. Dazu zählen strukturelle Rahmenbedingungen ebenso wie eine attraktive Nutzungsmischung aus Handel, Gastronomie, Dienstleistung und Kultur.
  • Die kleineren Kommunen sind bereits stärker auf Nahversorgungsaufgaben fokussiert und werden diese Funktion auch in Zukunft wahrnehmen. Der Onlineanteil beim Kauf von Lebensmitteln und Drogeriewaren wird im unteren einstelligen Prozentbereich bleiben und die Anbieter kaum verdrängen. Auch die Nahversorger werden jedoch neue Aufgaben übernehmen und beispielsweise Abhol- und Lieferdienste bieten.
  • Damit die Kommunen auch in Zukunft ein attraktives Einzelhandelsangebot anbieten können, müssen die Akteure vor Ort ihre Zusammenarbeit intensivieren und das Standortmarketing auf die Bedürfnisse der Zielgruppen einstellen. Kaum ein Unternehmen wird dieser Herausforderung allein begegnen können. Eine lokale oder regionale Onlineplattform mit bequemem Zugang zu allen relevanten Informationen und Dienstleistungen entsteht nur, wenn möglichst alle Anbieter daran beteiligt sind.
  • Die gute Nachricht: Auch die mit dem Internet und dem Smartphone aufgewachsenen „Digital Natives“ halten sich gerne in attraktiven Innenstädten auf und werden ihr Geld dort ausgeben, wenn das Angebot stimmt.
Der IHK-Handelsreport Kreis Unna 2016 steht auf www.dortmund.ihk24.de als PDF zum Download zur Verfügung. Fragen beantwortet IHK-Handelsreferent Patrick Voss, E-Mail: p.voss@dortmund.ihk.de, Telefon 0231 5417-153.
28. März 2017