Recht und Steuern

Immobiliardarlehensvermittler

Gewerbetreibende, die am 21. März 2016 Inhaber einer Erlaubnis nach § 34c GewO waren, welche zur Vermittlung des Abschlusses von Darlehensverträgen berechtigt, und die Verträge über Immobiliardarlehen im Sinne des § 34i Absatz 1 GewO weiterhin vermitteln wollen, müssen bis zum 21. März 2017 eine Erlaubnis als Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i Absatz 1 GewO erworben haben und sich ins Vermittlerregister eintragen lassen.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt erlischt die Erlaubnis nach § 34c GewO für die Vermittlung von Verträgen im Sinne des § 34i Absatz 1 GewO automatisch. Gewerbetreibende, die bis zum 21.03.2017 noch keine Erlaubnis als Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i Absatz 1 GewO erworben haben, dürfen dann keine Immobiliardarlehen im Sinne des § 34i Absatz 1 GewO mehr vermitteln.
Vermittler von Immobiliardarlehen unterliegen seit dem 21. März 2016 neuen Berufsregeln.
Am 16.03.2016 wurde das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften vom 11.03.2016 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. I Nr. 12 vom 16.03.2016). Damit gehen umfassende Änderungen für Immobiliardarlehensvermittler einher. Die wichtigsten Neuregelungen haben wir für Sie in einem Merkblatt zusammengefasst. Die Antragsunterlagen finden Sie hier ebenfalls.
Voraussetzungen für die Erteilung der gewerberechtlichen Erlaubnis wurden durch das "Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie" erheblich verschärft. Immobiliardarlehensvermittler müssen künftig nachweisen, dass sie die notwendige Sachkunde über die fachlichen und rechtlichen Grundlagen sowie über die Kundenberatung besitzen. Dafür muss der Immobiliardarlehensvermittler - soweit er nicht einen gleichgestellten Abschluss nachweisen kann - eine Prüfung als "Geprüfte/-r Fachfrau/-mann für Immobiliardarlehensvermittlung IHK" erfolgreich absolvieren. Dies gilt auch für die Beschäftigten eines Gewerbetreibenden, die bei der Vermittlung oder Beratung mitwirken oder in leitender Position für diese Tätigkeit verantwortlich sind. Für die Durchführung der Sachkundeprüfung sind die Industrie- und Handelskammern zuständig.
Der Sachkundeprüfung gleichgestellte Abschlüsse
§ 4 der Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung (ImmVermV) enthält einen Katalog von öffentlich-rechtlichen bzw. staatlich anerkannten Abschlüssen, die - einschließlich der entsprechenden Vorläufer- oder Nachfolgeberufe - der Sachkundeprüfung gleichgestellt sind. Es werden auch Abschlüsse anerkannt, die bereits vor längerer Zeit erworben wurden. Teilweise ist zusätzlich zu dem Abschluss der Nachweis der Berufserfahrung im Bereich der Finanzanlagenvermittlung oder -Beratung erforderlich.
Wer diese Voraussetzungen erfüllt, muss keine Sachkundeprüfung bei der IHK ablegen.
Der Katalog der in § 4 Abs. 1 ImmVermV genannten Abschlüsse (einschließlich deren Vorläufer- oder Nachfolgeberufe) ist abschließend. Andere Abschlüsse oder Fortbildungen können leider nicht anerkannt werden.
 
Gebühren für die Sachkundeprüfung
"Geprüfte/r Fachfrau/-mann für Immobiliardarlehensvermittlung IHK"
Der Gebührentarif der IHK zu Dortmund sieht für die Teilnahme an der Sachkundeprüfung derzeit folgende Gebührentatbestände vor:​
a)  Vollprüfung
(schriftlicher und praktischer Prüfungsteil)
360 Euro
b)Teilprüfung (nur schriftlicher Prüfungsteil)290 Euro
c)Teilprüfung (nur praktischer Prüfungsteil)250 Euro
 
Prüfungstermine
In nächster Zeit sind die nachfolgenden Prüfungstermine vorgesehen:
  • 27. April 2017
  • 08. Juni 2017
  • 27. Juli 2017
  • 26. Oktober 2017
  • 23. November 2017
Abhängig von der Teilnehmerzahl behält sich die IHK vor, den schriftlichen und praktischen Prüfungsteil zusammen an einem einzelnen Tag abzunehmen. Hierüber werden die Prüfungsteilnehmer rechtzeitig informiert.
Bei nicht ausreichender Teilnehmerzahl behält die IHK sich vor, die Prüfung abzusagen. In diesen Fällen wird die IHK mit Einverständnis des Prüfungsteilnehmers versuchen, die Prüfung am selben Termin, durch eine andere IHK durchführen zu lassen.
Für die Prüfungen gelten die Bestimmungen der Prüfungsordnung für die Sachkundeprüfung "Geprüfte/-r Fachfrau/-mann für Immobiliardarlehensvermittlung IHK" vom 23. Mai 2016.
Anmeldeschluss zur Prüfung: 30 Tage vor dem jeweiligen Prüfungstermin.
Inhalt und Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung
Näheres zur Sachkundeprüfung ist in §§ 1 bis 2 sowie den Anlagen 1 und 2 der Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung (ImmVermV) geregelt. In Abschnitt 1 der ImmVermV werden unter Bezugnahme auf Anlage 1 die Anforderungen der Sachkundeprüfung dargelegt.
In der Verordnung gibt es gibt keine konkreten Vorgaben zu Art und Umfang eines Vorbereitungslehrganges. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat deshalb mit einem Expertengremium einen Rahmenplan zur Sachkundeprüfung entwickelt, der die für alle Prüfungsteilnehmer maßgeblichen Lerninhalte und -ziele verbindlicher und transparenter machen soll.
Der Rahmenplan dient Prüfungskandidaten, Prüfern und Ausbildern als "Navigationssystem" durch die Lerninhalte. Er bildet die Grundlage für die Erstellung lernzielorientierter Prüfungsaufgaben und für die Gestaltung von Vorbereitungslehrgängen. Sie finden den Rahmenplan auf der Internetseite der DIHK-Bildungs GmbH zum Download.
Zudem finden Sie auf der Internetseite des DIHK auch Fallvorgaben und Legenden zum praktischen Prüfungsteil als Empfehlung.
Für die Suche nach Anbietern von Vorbereitungslehrgängen für IHK-Sachkundeprüfungen steht im Internet das Weiterbildungs-Informationssystem (WIS) der IHKs zur Verfügung. Die dortige Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt weder eine Empfehlung dar, noch ist damit eine qualitative oder inhaltliche Bewerbung verbunden.