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IHK-WIRTSCHAFTSGESPRÄCH IN BERGKAMEN

Zukunftstrends im Fokus

IHK_WIGE_BERGKAMEN © Michael Printz Zoom

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Mit Vorsicht, aber nicht ohne Optimismus blickt Helmut Werner, Mitglied der IHK-Vollversammlung und Geschäftsführer der Busemann GmbH, in die wirtschaftliche Zukunft der Region. Damit fasste er beim diesjährigen IHK-Wirtschaftsgespräch in der Ökologiestation Bergkamen-Heil die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage zusammen. Werner: "Ausgehend von einem noch hohen Niveau kühlen sich die Erwartungen an die künftige Geschäftentwicklung ab. Knapp ein Viertel der Unternehmen blickt uneingeschränkt positiv in die Zukunft, wobei keine einheitliche Tendenz über alle Branchen hinweg festzustellen ist." Erkennbar sei, dass die Industrie immer noch am besten dastehe. Stabil erweise sich die Lage auch im Handel. Eine Vielzahl Unternehmen aus diesem Bereich äußerten, dass die Geschäfte ausgesprochen gut bzw. zumindest befriedigend laufen. Trotz dieser Zahlen warnte Werner vor der Illusion eines stetigen Wirtschaftswachstums. Die Abschwächungen der ausländischen Märkte würden sich auch in unserer Region bemerkbar machen.

Für Bürgermeister Roland Schäfer ist Bergkamen auf dem Feld der Wirtschaftsförderung in diesem Jahr einen ordentlichen Schritt nach vorne gekommen. Für die seit Langem geforderte Breitbandverkabelung in den Gewerbegebieten in Rünthe-Ost sei vor wenigen Wochen der Bewilligungsbescheid des Landes eingetroffen. Die Verträge mit HeLiNET seien unterzeichnet und die Baumaßnahmen würden im nächsten Jahr beginnen. Beim Logistikpark A 2 sind die Erschließungsarbeiten weit fortgeschritten, so dass erste Ansiedlungen im ersten Quartal des kommenden Jahres möglich sein werden. Durch die Verlagerung der Modefirma Marcona nach Bergkamen ist das Bergkamener Mode-Center Steilmann weiter gestärkt worden. Dies gelte auch für ein vergrößertes Outletcenter am Standort. Im touristischen Bereich seien für die schon lange geplante Nachbildung eines Mauerstücks des römischen Militärlagers die Voraussetzungen geschaffen worden, so dass im nächsten Jahr der Bau durchgeführt werden könne. Das große Tourismusprojekt „Errichtung eines Evolutionspark“ (Dinopark) sei noch in der Planungsphase.

Claus-Dieter Weibert, stellv. IHK-Hauptgeschäftsführer, bezeichnete in seinem Vortrag die Sicherung zukünftiger Fach- und Führungskräfte als zentrale Aufgabe für die Region. Viele Unternehmen würden im Mangel an geeignetem Personal mittlerweile eine Schlüsselfrage für die langfristige Geschäftsentwicklung erkennen. Er betonte, dass Wachstum und Wohlstand Hand in Hand mit der Fachkräftesicherung zusammenhingen. Weibert: „Nur mit einem Mix aus verschiedenen Instrumenten kann dem Fachkräftemangel wirksam Einhalt geboten werden. Diese 'Herkulesaufgabe' ist nur gemeinschaftlich zu bewältigen. Zugespitzt kann man sagen: Das Besondere an der Bewältigung dieser Herausforderung ist die Vielschichtigkeit des Themas.“ Die IHK sehe sich hier in einer „vermittelnden Schlüsselposition“ und biete den Unternehmen ihre Hilfe an, beispielsweise durch maßgeschneiderte Weiterbildungen und Beratungen im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine kluge Standortpolitik müsse diesen Themen offensiv begegnen und die vorhanden Stärken des Westfälischen Ruhrgebietes systematisch bündeln und ausbauen.

Um überregionale, ja weltweite Herausforderungen für die Wirtschaft ging es im Vortrag von Sven Streitmayer. Der Rohstoff-Experte der Rheinland-Pfalz-Bank sieht verschärfte Turbulenzen an den Finanzmärkten. Das Finanzunternehmen gehört zur Gruppe der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), will vornehmlich Unternehmenskunden ansprechen und unterhält in Dortmund eine Niederlassung. Streitmayer: „Manch einer fühlt sich an das Jahr 2008 und den Beginn der Finanzmarktkrise sowie den folgenden Absturz der Weltwirtschaft zurückerinnert.“ Es stelle sich verstärkt die Frage, ob die Schuldenkrise in der Eurozone die Weltwirtschaft in eine Rezession ziehen wird. Jedenfalls habe dies auch unmittelbare Auswirkungen auf die Rohstoffpreise. Deshalb wurden im Vortrag die Perspektiven von Öl, Gold und Kupfer näher analysiert und konkrete Handlungsempfehlungen für betroffene Unternehmen skizziert.

Zum Abschluss der Veranstaltung nutzte Detlef Timpe die Gelegenheit, den Bergkamener Unternehmern die Ökologiestation Bergkamen-Heil und ihre Aufgaben vorzustellen. Die Einrichtung besteht seit mehreren Jahren auf dem ehemaligen Hof Schulze-Heil und befindet sich in gemeinsamer Trägerschaft des Kreises Unna und des Kommunalverbandes Ruhrgebiet. Sie beherbergt mehrere Umweltschutzeinrichtungen und Umweltschutzverbände.

16. November 2011

DOKUMENT-NR. 86918

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