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IHK-WIRTSCHAFTSGESPRÄCH IN HOLZWICKEDE

Holzwickede - Wirtschaftsstandort mit Zukunft

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„Trotz einer schwieriger gewordenen konjunkturellen Situation sollte eine Krise nicht herbeigeredet werden. Dazu gibt es nach wie vor keinen triftigen Grund, auch wenn die Euphorie nach dem wirtschaftlichen Einbruch 2008/2009 langsam schwindet und sich die europäische Staatsschuldenkrise zuzuspitzen scheint.“ Mit diesen Worten begrüßte Josef Mertens, Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund und Geschäftsführer der Montanhydraulik GmbH, die rund 60 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung beim IHK-Wirtschaftsgespräch im Haus Opherdicke.

„Die Unternehmen im Westfälischen Ruhrgebiet blicken zurecht optimistisch in die Zukunft – auch in Holzwickede“, stellte Mertens fest. Und weiter: "Die Ergebnisse einer Umfrage der IHK bei rund 500 Unternehmen aus der Region machen Mut und stimmen zuversichtlich, dass sich die Konjunktur auf trittsicherem Boden befindet. Über 92 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Kreis Unna, Hamm und Dortmund sehen ihre aktuelle Lage als gut bis befriedigend. Das ist nochmals ein leichter Anstieg gegenüber dem Frühjahr dieses Jahres. Etwas verhaltener werden die Aussichten für das zweite Halbjahr beurteilt. Waren es im März 2011 noch 95 Prozent, die von gleichbleibender oder sich verbessernder Konjunktur ausgingen, so sind es jetzt rund 92 Prozent. Das ist aber immer noch ein sehr hoher Wert."

Bürgermeister Jenz Rother sieht die Gemeinde trotz schwieriger haushaltspolitischer Lage auf einem guten Weg. Erfreulich seien die gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen im vergangenen Jahr. Bewegung in der Gemeinde sei am deutlichsten im Baugebiet Caroline zu erkennen, denn die Bautätigkeiten würden rasant vorangehen. Zwei Drittel des gesamten Gebietes seien inzwischen vermarktet, unterstrich der Bürgermeister. Viele positive Entwicklungen seien auch bei den Holzwickeder Unternehmen zu beobachten. Beispielhaft verwies Rother auf die Unternehmen in der Logistikbranche, die jüngsten Ansiedlungen im ECO-Port, aber auch auf einzelne betriebliche Erfolge. Neue Flächen für Gewerbeansiedlungen seien in Rausingen geplant, um auf die Anforderungen der Unternehmen frühzeitig vorbereitet zu sein. Vor diesem Hintergrund könne sich, so Rother, die Gemeinde Holzwickede mit ihren guten Standortbedingungen im Wettbewerb der Regionen durchaus behaupten.

IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz sieht die Zukunft des Westfälischen Ruhrgebiets positiv. So sei beispielsweise die Zahl der Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe stark zugelegt. Die Gemeinde Holzwickede hebt sich dabei besonders hervor. Schulz stellte der Holzwickeder Kommunalpolitik ein gutes Zeugnis aus: „Wir begrüßen ausdrücklich, dass bereits jetzt die Ausweisung neuer Gewerbeflächen im Blickfeld sind und erste konkrete Schritte eingeleitet wurden.“ Trotz guter Aussichten gebe es aber auch manche Herausforderung. Der zunehmende Fachkräftemangel, notwendige Verbesserungen der Infrastruktur und die Themen Bildung und Wissenschaft müssen noch stärker als bisher in den Mittelpunkt der Wirtschaftsförderung gerückt werden. Eine kluge Standortpolitik müsse diesen Themen offensiv begegnen und die vorhanden Stärken des Westfälischen Ruhrgebietes systematisch ausbauen, so das Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers.

Im weiteren Verlauf stellten Martin Mark und Stefan Petersmann das neue Leitbild des Aktivkreises Holzwickede (AKH) e. V. vor. "Wir verstehen uns als Scharnier zwischen Holzwickeder Unternehmen sowie Gemeindeverwaltung, IHK und anderen Akteuren. Denn nur in einem starken Verbund kann die Qualität und Leistungsfähigkeit der örtlichen Wirtschaft deutlich gemacht werden. Hierzu möchte der Aktivkreis einen wesentlichen Beitrag leisten", betont der 1. AKH-Vorsitzende Martin Mark. Insofern freue er sich, das neue Leitbild im Rahmen des diesjährigen IHK-Wirtschaftsgesprächs vorstellen zu dürfen. Stefan Petersmann, 2. AKH-Vorsitzende, ergänzt: "Der Aktivkreis versteht sich als Gewerbeverein für Unternehmer, Händler und Freiberufler, der seinen Mitgliedern einen deutlichen Mehrwert bieten möchte." Eine neue Leistungsbroschüre, die die zahlreichen Vorteile einer AKH-Mitgliedschaft zusammenfasse, solle diesen konkreten Mehrwert zukünftig verdeutlichen.

Im Mittelpunkt des Vortrags von Tobias Schiwek, Leiter Vertrieb Deutschland, Wind Energie Service, ZF Services Deutschland GmbH, stand das Holzwickeder "Kompetenzzentrum Wind", mit dem der weltweit agierende ZF Konzern systematisch neue Geschäftsfelder erschließen möchte. Zwar sei Windkraft kein traditionelles ZF-Geschäftsfeld. Doch seien umgekehrt klassische ZF-Kompetenzen in diesem Bereich verstärkt gefragt. Zu den strategischen Vorteilen für den Mutterkonzern ZF gehörten das umfangreiche Wissen aus dem Automotive-Bereich, modernste Entwicklungstools sowie eine globale Vernetzung des Unternehmens aufgrund neuer Strukturen in der Energiegewinnung. Der ZF-Vertreter hob außerdem die wirtschaftlichen Vorzüge hervor. "Der bestehende Standort in Holzwickede konnte unbürokratisch und schnell erweitert werden. Außerdem bietet die Gemeinde hervorragende Verkehrsanbindungen. Zudem würden bereits niedergelassene und erfahrene Zulieferunternehmen der Windkraft Zugang zu modernen Produktionsverfahren und Dienstleistungen eröffnen", unterstrich Schiwek.

13. September 2011

DOKUMENT-NR. 77658

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