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Handlungskonzept 2010 bis 2013
(PDF, 2,032 KB) (Dokument-Nr.: 19208)
IHK zu Dortmund stellt neues Handlungskonzept „Anstoßen, Gestalten, Stärken” vor
„Das Handlungskonzept ist eine wichtige Orientierungshilfe für die IHK-Arbeit, aber auch ein Forderungskatalog an die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik”.Mit diesen Worten stellte Udo Dolezych, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, am 29. September gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz das IHK-Handlungskonzept „Anstoßen, Gestalten, Stärken” vor. In ihrer Sitzung am 21. September hatten zuvor die Mitglieder der Vollversammlung das von ihnen erarbeitete Arbeitspapier für die laufende Legislaturperiode einstimmig verabschiedet.
In dem rund 40 Seiten starken Handlungskonzept werden nicht nur die harten Standortfaktoren wie beispielsweise die Verkehrsinfrastruktur thematisiert, sondern auch die sogenannten weichen Standortfaktoren unter die Lupe genommen. Die Eindrücke im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 verdeutlichen, dass eine attraktive Region mit einer hohen Lebensqualität und einem breiten Kulturangebot im Wettbewerb der Regionen Vorteile erzielen kann”, betonte Dolezych. Das Westfälische Ruhrgebiet müsse sich noch stärker als bisher gegenüber Unternehmen außerhalb Nordrhein-Westfalens, aber auch gegenüber internationalen Investoren sowie Fach- und Führungskräften aus anderen Regionen Deutschlands öffnen. „Wir werden die wirtschaftlichen Aktivitäten nachhaltig unterstützen. Ziel ist, die Zahl der international operierenden Unternehmen zu erhöhen, die Exportquote zu steigern und attraktive Bedingungen auch für ausländische Investoren zu schaffen”, führte der IHK-Präsident fort.
In thematischer Anlehnung an die vier Arbeitskreise „Standortpolitik sichert Wachstum und Innovation”, „Bildung schafft Zukunft”, „Infrastruktur und Flächen – Faktoren wirtschaftlicher Dynamik” sowie „Handel, Kultur, Kreativität: Impulse für eine attraktive Region” werden im Handlungskonzept die Bereiche wirtschaftlichen Handelns eingehend analysiert. Dabei werden natürlich die Erwartungen der Unternehmen an die Politik einschließlich konkreter Handlungsempfehlungen formuliert. "Wir haben die zwölf wichtigen Leitsätze der IHK zu Dortmund aufgeführt. Diese Standpunkte bilden einen guten Querschnitt aus allen behandelten Bereichen”, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Schulz.
Das Handlungskonzept schließt mit einem Informationsteil ab. Darin enthalten ist neben einer Auflistung wichtiger Infrastrukturvorhaben im Bereich Straße, Schiene, Wasser und Luft und neben den Kennzahlen zu verfügbaren Flächen im IHK-Bezirk auch eine nach Kommunen geordnete aktuelle Übersicht über städtebauliche Projekte. „Das neue IHK-Handlungskonzept wird für vier Jahre die Grundlage unserer Arbeit bilden, um die unternehmerischen Rahmenbedingungen Schritt für Schritt zu verbessern und die Region insgesamt nach vorn zu bringen”, ergänzte Schulz.
„Die Mitglieder der Vollversammlung bekennen sich eindeutig zur Sozialen Marktwirtschaft als Grundlage des wirtschaftlichen Handelns”, betonte Dolezych. Hierzu schlagen die Unternehmen zwei konkrete Projekte vor: Zum einen werden unter dem Motto „99 Unternehmertage in regionalen Schulen” Unternehmer der Region die Soziale Marktwirtschaft Kindern und Jugendlichen erläutern. Zum anderen wurde zusätzlich ein neues Projekt mit dem Namen „IHK-Schulpreis Wirtschaftswissen” aufgenommen.
In den vier Arbeitskreisen wurden konkrete Forderungen und Projekte definiert. Eine kluge Standortpolitik ist demnach die Grundlage für erfolgreiches unternehmerisches Handeln. Ein positives Investitionsklima sowie praxisnahe und wirtschaftsgerechte Forschung bieten großes Potenzial, um die Zukunftsfähigkeit des Standorts Westfälisches Ruhrgebiet zu sichern. Zusätzliche Leistungsanreize können zu mehr Effizienz in den Unternehmen führen. Hierzu beitragen könnte ein Innovationspreis für unterschiedliche Branchen. Technologie spielt in den Städten Dortmund, Hamm und im Kreis Unna eine herausragende Rolle. Die Region verfügt über exzellente Hochschulen und Kompetenzzentren. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist einer der Motoren für Innovation und Wachstum. Diesen gilt es weiter zu forcieren.
Bildung ist der Schlüssel zu wirtschaftlicher Weiterentwicklung und Prosperität. Im internationalen Standortwettbewerb ist die Verfügbarkeit hoch qualifizierter Mitarbeiter ein unverzichtbarer Aktivposten. Ein hoher Bildungsstand auf allen Ebenen gehört daher zu den Kernaufgaben regionaler Entwicklung. Dies zu erreichen und auszubauen bedeutet Zukunftssicherung für die Region und die hier lebenden und arbeitenden Menschen. Das Bildungswesen ist derzeit allerdings noch nicht in der Verfassung, wie es für eine optimale Unterstützung des weiteren Strukturwandels wünschenswert wäre. Der demografische Wandel und der sich damit abzeichnende Fachkräftemangel bringen weitere Anforderungen. Verbesserungen sind in allen Bereichen des Bildungswesens notwendig.
Damit Wirtschaft wachsen kann, muss sie sich räumlich entfalten und auf eine gute Infrastruktur zurückgreifen können. Für die Ansiedlung und die Expansion von Unternehmen müssen genügend Flächen zur Verfügung stehen. Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter sollten auf möglichst vielen Verkehrswegen die Betriebsstätten, Lager und Zentralen erreichen können – auf der Straße, auf der Schiene, zu Wasser und in der Luft. Ein ausreichendes Flächenangebot ist ein wesentliches Instrument erfolgreicher kommunaler Wirtschaftsförderung. Der derzeit rechtskräftige Gebietsentwicklungsplan weist in der Regel den Kommunen ein ausreichendes Entwicklungspotenzial zu. In der Praxis können aber nicht alle Flächen in vollem Umfang genutzt werden. Häufig stehen Widerstände von Bürgerinitiativen, ungeklärte Eigentumsverhältnisse oder fehlende Erschließung dem entgegen. Um auch künftig handlungsfähig bleiben zu können, ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen in der Region notwendig.
Die Zukunftschancen der Region Westfälisches Ruhrgebiet werden zunehmend von der urbanen Attraktivität ihrer zwölf Städte und Gemeinden bestimmt. Im Übergang von der Industriegesellschaft zu einer wissens- und kulturbasierten Dienstleistungsökonomie wird Wissen zur wichtigsten Ressource für die Zukunft der Städte. Das bringt besonders hohe Anforderungen an weiche Standortqualitäten wie Kultur, Toleranz, Freizeit, Stadtbild, Freiräume und Umwelt mit sich. Gerade die besonders dynamisch wachsenden Dienstleistungsbetriebe suchen urbane Milieus. Diese Unternehmen brauchen ein weltoffenes Klima, begleitet von regionaler und internationaler Vernetzung. Sie bevorzugen städtische Atmosphäre mit einem quartierbezogenen Lebensstil. Der Großhandel hat in der Region einen bedeutenden gesamtwirtschaftlichen Stellenwert. Gerade in einem der größten Absatzmärkte Europas und einer ausgewiesenen Logistikregion finden Großhandelsunternehmen optimale Rahmenbedingungen vor. Deshalb trägt diese Branche entscheidend zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Westfälisches Ruhrgebiet bei.
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