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PRESSEMELDUNG

Industriestandort Kamen sichern (10.03.2009)

IHK-Wirtschaftsgespräch am 10. März

Die wirtschaftliche Abwärtsentwicklung wird auch vor Kamen nicht Halt machen. IHK-Vollversammlungs-Mitglied Dr. Dieter Kurras warnte beim traditionellen Wirtschaftsgespräch der IHK zu Dortmund vor einer pauschalen Schwarzmalerei. Zu differenziert sei das Bild in den verschiedenen Branchen. Die konjunkturelle Situation stelle sich derzeit sehr differenziert dar. Während das Dienstleistungsgewerbe durchaus noch zufriedenstellende Ergebnisse erziele, sei die Industrie in ein regelrechtes Tal abgesackt. Eine Reihe von größeren Unternehmen, insbesondere um die Bereiche Autozulieferung und Stahlverarbeitung arbeiteten entweder kurz oder hätten sogar schon Personen entlassen müssen.

„Die Finanz- und Wirtschaftskrise, deren Ausmaß bislang noch nicht endgültig zu fassen ist, wird sich in erheblicher Weise auf die finanzielle Situation der Kommunen auswirken”, so Bürgermeister Hermann Hupe. „Dies betrifft auf der Einnahmeseite die Einkommens- und Gewerbesteuer, auf der Ausgabenseite wird durch höhere Arbeitslosigkeit eine deutliche Steigerung der Sozialausgaben zu verzeichnen sein. Wegen der zeitversetzten Auswirkungen der Krise ist eine Quantifizierung derzeit nicht möglich. Das Konjunkturpaket II der Bundesregierung versetzt die Kommunen in die Lage, innerhalb dieser Krise als agierende Kraft aufzutreten und einen Beitrag zur aktiven Belebung der Volkswirtschaft zu leisten.”

Ein klares Bekenntnis zur Industrie forderte IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz beim Wirtschaftsgespräch in Kamen. Heute seien old economy und Zukunftsfähigkeit keine Gegensätze mehr. Industrie sei heute Fortschrittsmotor und Impulsgeber für die Region. Um sich weiter entwickeln zu können, brauche die Industrie aber ein klares Bekenntnis der Politik zu Produktionsstandorten. Planungssicherheit für heimische Flächen genieße damit oberste Priorität. Die gerade gewonnene Wettbewerbsfähigkeit der Industrie dürfe nicht wieder leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Zum Wiederanstieg der industriellen Wertschöpfung haben insbesondere die klassischen Branchen wie der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobilindustrie, die Elektrotechnik und die Chemieindustrie, aber auch neue Industriebereiche wie die IuK-Industrie und die Biotechnologie beigetragen. Auch in Kamen gebe es diese Vorzeigeunternehmen. Schulz nannte beispielhaft 3M, das Kaltwalzwerk Gülde, Vahle, Adolf Hüls Metallwarenfabrik und Ro-Ber Industrieroboter.

In seinem Referat „Die Wirtschaft im Visier fremder Nachrichtendienste – Wie können Sie Ihr Know-how schützen?” machte Wilfried Karden, Innenministerium des Landes NRW, deutlich, dass bereits rund 35 Prozent der Unternehmen in Deutschland den Verdacht auf Spionage und Informationsabfluss hegen. Er nannte nicht nur die Auftraggeber für Industriespionage und deren Methoden, sondern gab auch Tipps, wie Unternehmen ihr wertvolles Know-how schützen können.

Im weiteren Verlauf des Wirtschaftsgesprächs stellte Dr. Hans-Gerd Severin das Unternehmen Ro-Ber Industrieroboter GmbH vor. Gegründet wurde es am 15. Juni 1983 in Berlin. Es war damals die Zeit der „Technologieorientierten Gründerunternehmen” und von „Venture Capital”. 1991 zog das Unternehmen von Berlin nach Kamen. Dank der Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung des Kreises Unna wurde in Kamen bald eine neue Halle bezogen und voller Optimismus ein Neuanfang gestartet. Heute hat Ro-Ber insgesamt rund 50 Mitarbeiter, vorwiegend mit ingenieurtechnischer Ausbildung und gehört zu den Marktführern für spezialisierte Portalroboter in der Materialflussautomatisierung.

DOKUMENT-NR. 16593

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