IHK-Wirtschaftsgespräch am 2. November 2009
Als ein unverzichtbares Forum für Information und Kommunikation
rund um das Thema Wirtschaft bezeichnete Wolfgang Hirsch, Mitglied
der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu
Dortmund, das Wirtschaftsgespräch. Auf Einladung der IHK waren rund
50 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung am 2. November
auf Burg Botzlar gekommen. Als praktisches Beispiel für die
Gelegenheit zum direkten Austausch zwischen Politik und Wirtschaft
führte Hirsch verkehrspolitische Projekte wie den Umbau der
Kreisstraße (B 236), die Umgehungsstraße Buddenbergstraße (K 44n)
sowie den Neubau des Kreisverkehres an der Kreuzung Ludgeristraße
(K6) an.
„Perspektiven aufzeigen, Chancen nutzen, gemeinsam gestalten” –
so betitelte der neue Bürgermeister Mario Löhr seinen Vortrag über
die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Stadt Selm. Nach
einer kurzen, kritischen Analyse der Vergangenheit, kündigte Löhr
eine Neupositionierung der Wirtschaftförderung über die kommenden
Jahre an. Denkbar sei eine Neuausrichtung, die stärker die
Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung für den Kreis Unna und
anderer Organisation in Form von Arbeitskreisen berücksichtige.
IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz betonte die
Notwendigkeit wirtschaftlicher Freiräume für die Unternehmen in der
Region. Vor diesem Hintergrund sei der Koalitionsvertrag der neuen
Bundesregierung ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings
dürften der Mut und der Gestaltungswille in den kommenden Jahren
nicht nachlassen, betonte Schulz. Neben den bundespolitischen
Rahmenbedingungen komme es auch auf eine erfolgreiche kommunale
Wirtschaftsförderung an. Um ein attraktives Angebot an
industriellen und gewerblichen Flächen vorzuhalten, müsse in der
Region ein vielfältiges Angebot vorgehalten werden, das auch die
Erschließung von Freiflächen zukünftig ermögliche. Eine verstärkte
interkommunale Zusammenarbeit könne, wie das Projekt newPark zeige,
ebenfalls einen Beitrag zu neuem wirtschaftlichen Wachstum leisten,
zeigt sich Schulz überzeugt.
Dass Wirtschaftsspionage auch ein Thema – sprich Bedrohung – für
kleine und mittlere Unternehmen ist, zeigte Wilfried Karden vom
Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Wer sind die
Auftraggeber, mit welchen Methoden wird gearbeitet und insbesondere
wie können Unternehmen ihr wertvolles Know-how schützen? Zur
Beantwortung der Fragen zog Karden neueste Erkenntnisse aus den
Bereichen der Kommunikation, wie die Nutzung von Mobiltelefonen und
E-Mail sowie über den Gebrauch von Datenträgern wie Notebooks und
USB-Sticks heran. Außerdem machte er Vorschläge zu entsprechenden
Schutzmaßnahmen aus Sicht der Spionageabwehr. Mit seiner
Präsentation der Heinz Knocks Fluid-Technik GmbH rundete deren
Geschäftsführer Martin Statkewitz das Wirtschaftsgespräch ab.