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PRESSEMELDUNG

Hoffen auf das erste Halbjahr 2010 (14.07.2009)

Die wirtschaftliche Lage im Bezirk der IHK zu Dortmund ist derzeit alles andere als gut. So kann man die Ergebnisse der gemeinsamen Konjunkturumfrage von IHK und START-Institut auf den Punkt bringen. IHK-Präsident Udo Dolezych und IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz stellten sie am 14. Juli der Öffentlichkeit vor und nahmen Stellung zu regionalpolitischen Themen.

Dennoch beurteilen etwa dreiviertel der befragten Unternehmen ihre gegenwärtige Lage als „gut” bis „befriedigend”. Allerdings ist der Anteil derjenigen, die ihre Lage als „gut” bezeichnen, seit den Umfragen im November 2008 und im März 2009 von rund 42 auf 25 % geschrumpft. Als „schlecht” hatten im November nur 11 % der Unternehmen ihre Lage dargestellt. Jetzt hat sich ihr Anteil mehr als verdoppelt. Nur 13,5 % der befragten Unternehmen sagen, dass die durch die Finanzmarktkrise verursachte Rezession bisher keine Auswirkungen auf ihre Unternehmensentwicklung hat. 57 % spüren den Einfluss des wirtschaftlichen Abschwungs auf die Entwicklung ihres eigenen Unternehmens: Von ihnen klagen 60 % über Auftrags-, Nachfrage- oder Umsatzrückgang.

Mehr als 75 % der Unternehmen halten einen Einfluss des konjunkturellen Abschwungs auf ihre Geschäfte in den kommenden Monaten für wahrscheinlich oder bekommen ihn bereits zu spüren. Gefragt nach der Entwicklung in der zweiten Hälfte des Jahres 2009, überwiegt noch der Anteil der Pessimisten: 19,1 % gehen von einer Verschlechterung ihrer Situation aus, 18,6 % von einer Verbesserung. Das Jahr 2009 wird noch nicht die erhoffte Wende bringen. Fast zwei Drittel rechnet mit keinerlei Veränderung.

Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer: Fast ein Drittel der Unternehmen erwartet in der ersten Jahreshälfte 2010 eine Verbesserung. Allerdings werden sich die positiven Erwartungen kaum auf die Beschäftigungszahlen auswirken. Nur 11,4 % der befragten Unternehmen wollen in der ersten Jahreshälfte 2010 ihren Personalbestand aufstocken. 73,3 % gehen von einer gleichbleibenden Personaldecke aus, 17,3 % planen aber Personalanpassungen nach unten.

Bekenntnis zum Dortmund Airport

Dolezych forderte die Politik auf, sich unmittelbar nach der Kommunalwahl gemeinsam mit der IHK für die Weiterentwicklung des Dortmund Airport einzusetzen. Die Wirtschaft der Region braucht und will einen funktionsfähigen Flughafen ohne Wenn und Aber. Wer den Flughafen nicht will, der gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern die wirtschaftliche Weiterentwicklung der gesamten Region. Man dürfe keine Zeit verlieren, da der Wettbewerb auf diesem Feld härter werde. Nach Ansicht vieler Unternehmen in der Region, sei es nicht länger hinnehmbar, dass der dritterfolgreichste Flughafen die schlechtesten Rahmenbedingungen habe. Der für die wirtschaftliche Entwicklung der Region so wichtige Flughafen brauche Planungssicherheit.

Industrie hat Vorrang

Ein weiteres wichtiges Standbein für die Entwicklung unseres Wirtschaftstandortes ist für die IHK zu Dortmund die Industrie. „Ohne industrielle Produktion wird es hier auf absehbare Zeit weder ausreichend Wachstum, noch Beschäftigung geben. Das Westfälische Ruhrgebiet braucht seine Industrie daher auch in Zukunft: Als Arbeitgeber, Impuls- und Auftragsgeber für den Dienstleistungssektor sowie als Innovationstreiber und Konjunkturträger”, betonte Schulz. Immer wieder stießen aber Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungen auf Widerstände aus der Bevölkerung. Ob Rewe, KiK oder die Nickelwerke – sie alle würden bei ihren Expansionsbemühungen behindert. „Bei allem Verständnis für die Anliegen von Anwohnerinitiativen – wenn wir für künftige Generationen Wohlstand, Beschäftigung und Ausbildung sicherstellen wollen, muss die Industrie optimale Rahmenbedingungen haben”, ergänzte Schulz. Dafür brauche man insbesondere geeignete Gewerbeflächen, die nicht durch Wohnbebauung eingeengt werden dürften. Flächenpolitik müsse angebotsorientiert betrieben werden.

Unsicherheit auf dem Lehrstellenmarkt

Die neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse im Bezirk der IHK zu Dortmund lagen Ende Juni mit - 4,0 % unter dem Stand des Vorjahres, aber noch über dem vergleichbaren Stand im bereits guten Jahr 2007. Die Ergebnisse in den einzelnen Kommunen sind aber sehr unterschiedlich. Wie im Juni üblich konnten erst rund 50 % der erwarteten Verträge eingetragen werden.

Die Stimmung auf dem Ausbildungsmarkt ist als Folge der Wirtschaftslage von einer gewissen Unsicherheit gekennzeichnet; offenbar entscheiden Unternehmen später als sonst über konkrete Einstellungen. „Dennoch sehen wir derzeit keine dramatischen Entwicklungen. Deshalb plädieren wir auch mit Nachdruck dafür, nicht durch Krisenmeldungen weitere Unsicherheiten in den Markt zu tragen”, so Schulz. Es könnte dann der Fall eintreten, dass viele gute Bewerber mit Einstellungschancen abgeschreckt werden und stattdessen einen weiteren Schulbesuch vorziehen; diese kämen dann im kommenden Jahr zusätzlich als Bewerber auf den Markt.

IHK engagiert sich für mehr Ausbildung

Die IHK hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen um der schwierigen Situation aus dem Ausbildungsstellenmarkt zu begegnen. Konkret putzen unsere drei Ausbildungsberater derzeit bei Unternehmen die Klinken, die noch nie ausgebildet haben, die früher einmal ausgebildet haben und Unternehmen, die ihr Ausbildungsengagement zurückgefahren haben. Hier erhoffen wir uns, Potenzial für neue Ausbildungsplätze. Da es immer wieder vorkommt, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, unterstützen drei Coaching- und Matchingfachkräfte gezielt die Unternehmen bei der Besetzung Ihrer Ausbildungsstellen. Darüber hinaus beschäftigt die IHK auch in 2009 einen Ausbildungsplatzakquisiteur, der für zusätzliche Lehrstellen bei Unternehmen wirbt, die bereits engagiert ausbilden.

„Des Weiteren werden wir in Zusammenarbeit mit Agentur für Arbeit im Oktober dieses Jahres in einer Nachvermittlungsaktion jedem noch unversorgten Jugendlichen, der ausbildungsfähig und -willig ist, ein Angebot unterbreiten – sei es auf schulischem oder auf beruflichem Gebiet”, betonte Schulz.

DOKUMENT-NR. 17171

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