Mathias Schubert „ordnet das Chaos”
Der Dortmunder Künstler Mathias Schubert zeigt bis zum 15. Mai
eine Auswahl seiner Arbeiten in der IHK zu Dortmund. Die Arbeiten
von Mathias Schubert mal eben im Vorrübergehen zu betrachten, macht
wenig Sinn. Nicht aus mangelndem Respekt gegenüber dem Künstler,
der würde das generös verzeihen, sondern vor allem, weil einem
dadurch etwas entgeht. Denn der Aufwand, den Mathias Schubert
betreibt, um einzelne Farbschichten aufzutragen, abzuschleifen,
abzutragen um erneut Schicht für Schicht auf die Leinwand zu
bringen, den Malgrund aus immer neuen Aufträgen in fast greifbare
Oberflächenstrukturen zu verändern, ist erheblich. Er ist
allerdings auch eine wichtige Voraussetzung für das Wesen seiner
Malerei.
Das Ergebnis erinnert an verwittertes Gestein, altes Gemäuer und
uralte Fresken. Wir entdecken Landschaften, die anfangs undeutlich
wirken, aber immer plastischer werden,je länger wir uns „einsehen”.
Die dichte Farbstruktur erscheint da schon mal als sichtbarer
Körper und verschwindet im nächsten Moment im schleierhaften
Nichts. Alles geschieht mit Bedacht, strukturiert und nach einem
strengen Prinzip – so scheint es. Weit gefehlt. „Ich konstruiere
mir quasi ein Chaos” - sagt der, dem wir gerade noch Methodik bei
der Arbeit unterstellt haben, „und dann ordne ich neu”.
Eine andere, ganz eigene Bedeutung in seiner Arbeit hat die
selbst zubereitete Farbe. Ihre Herstellung hat schon fast rituellen
Charakter. Mathias Schubert erforscht sie, will sie erleben, will,
dass der Betrachter in dieses Erlebnis miteinbezogen wird. Wer dem
Wunsch des Künstlers folgt, macht immer neue Entdeckungen - mit dem
Licht, der Struktur und sich selbst.
Mathias Schubert kann aber auch anders: Wenn er zeichnet,
tuscht, illustriert, aquarelliert und „asphaltiert” - er mischt
doch tatsächlich Asphalt in die Farbe - erkennt man ihn kaum
wieder. Dann wirkt alles schnell, spontan, manchmal sogar
schnodderig. Ähnlichkeiten mit japanischer und chinesischer
Kalligrafie-Malerei sind gewollt. Nimmt man die Titel hinzu, die er
diesen Arbeiten gibt, greift die Erkenntnis, dass auch hier alles
nach Plan läuft. Aber mit sehr, sehr viel Spaß, mit großer Routine
und der sicheren Hand des Könners.
Die ist auch bei seinen neuesten Arbeiten zu spüren. Gefühl,
Emotion und Spontaneität sind ihm wichtiger als Vernunft und
Reglementierung. Landschaften erscheinen. Farbschichten und
Farbaufträge stehen hier im Vordergrund, machen grafischen
Strukturen und ihrer luftigen Anordnung Platz. Mal meinen wir auf
Topografien unbekannter Kontinente aus einem weit entfernten Orbit
herunter zu sehen, mal hat man das Gefühl, vor einer sich weit
erstreckenden Landschaft zu stehen.
Die Ausstellung in der IHK kann montags bis donnerstags von 8:00
bis 17:30 Uhr und freitags von 8:00 bis 15:30 Uhr besucht
werden.
Kontakt zum Künstler: Mathias Schubert Zwickauer Str. 11, 44139
Dortmund, Tel.: 0231 1206946; Internet: www.mathias-schubert.de.