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PRESSEMELDUNG

Kunst in der IHK (20.03.2009)

Mathias Schubert „ordnet das Chaos”

Der Dortmunder Künstler Mathias Schubert zeigt bis zum 15. Mai eine Auswahl seiner Arbeiten in der IHK zu Dortmund. Die Arbeiten von Mathias Schubert mal eben im Vorrübergehen zu betrachten, macht wenig Sinn. Nicht aus mangelndem Respekt gegenüber dem Künstler, der würde das generös verzeihen, sondern vor allem, weil einem dadurch etwas entgeht. Denn der Aufwand, den Mathias Schubert betreibt, um einzelne Farbschichten aufzutragen, abzuschleifen, abzutragen um erneut Schicht für Schicht auf die Leinwand zu bringen, den Malgrund aus immer neuen Aufträgen in fast greifbare Oberflächenstrukturen zu verändern, ist erheblich. Er ist allerdings auch eine wichtige Voraussetzung für das Wesen seiner Malerei.

Das Ergebnis erinnert an verwittertes Gestein, altes Gemäuer und uralte Fresken. Wir entdecken Landschaften, die anfangs undeutlich wirken, aber immer plastischer werden,je länger wir uns „einsehen”. Die dichte Farbstruktur erscheint da schon mal als sichtbarer Körper und verschwindet im nächsten Moment im schleierhaften Nichts. Alles geschieht mit Bedacht, strukturiert und nach einem strengen Prinzip – so scheint es. Weit gefehlt. „Ich konstruiere mir quasi ein Chaos” - sagt der, dem wir gerade noch Methodik bei der Arbeit unterstellt haben, „und dann ordne ich neu”.

Eine andere, ganz eigene Bedeutung in seiner Arbeit hat die selbst zubereitete Farbe. Ihre Herstellung hat schon fast rituellen Charakter. Mathias Schubert erforscht sie, will sie erleben, will, dass der Betrachter in dieses Erlebnis miteinbezogen wird. Wer dem Wunsch des Künstlers folgt, macht immer neue Entdeckungen - mit dem Licht, der Struktur und sich selbst.

Mathias Schubert kann aber auch anders: Wenn er zeichnet, tuscht, illustriert, aquarelliert und „asphaltiert” - er mischt doch tatsächlich Asphalt in die Farbe - erkennt man ihn kaum wieder. Dann wirkt alles schnell, spontan, manchmal sogar schnodderig. Ähnlichkeiten mit japanischer und chinesischer Kalligrafie-Malerei sind gewollt. Nimmt man die Titel hinzu, die er diesen Arbeiten gibt, greift die Erkenntnis, dass auch hier alles nach Plan läuft. Aber mit sehr, sehr viel Spaß, mit großer Routine und der sicheren Hand des Könners.

Die ist auch bei seinen neuesten Arbeiten zu spüren. Gefühl, Emotion und Spontaneität sind ihm wichtiger als Vernunft und Reglementierung. Landschaften erscheinen. Farbschichten und Farbaufträge stehen hier im Vordergrund, machen grafischen Strukturen und ihrer luftigen Anordnung Platz. Mal meinen wir auf Topografien unbekannter Kontinente aus einem weit entfernten Orbit herunter zu sehen, mal hat man das Gefühl, vor einer sich weit erstreckenden Landschaft zu stehen.

Die Ausstellung in der IHK kann montags bis donnerstags von 8:00 bis 17:30 Uhr und freitags von 8:00 bis 15:30 Uhr besucht werden.

Kontakt zum Künstler: Mathias Schubert Zwickauer Str. 11, 44139 Dortmund, Tel.: 0231 1206946; Internet: www.mathias-schubert.de.

DOKUMENT-NR. 16679

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