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REWE-CHEF ALAIN CAPARROS IN DER IHK

Einzelhandel kann mehr Kreativität vertragen

Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender des Kölner Handels- und Touristikkonzerns REWE Group, wagte als Gast bei der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund unter Leitung von Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz veranstalteten Vortrags- und Diskussionsreihe „Top-Manager stehen Rede und Antwort“ einen "Blick über den Tellerrand des Tagesgeschäfts". Er betonte, gerade der Einzelhandel in Deutschland könne ein bisschen mehr Kreativität und neue Impulse vertragen. Jahrzehntelang habe man im deutschen Handel überall nur auf den Preis gesetzt. "Preise runter, Umsatz hoch" sei das Motto gewesen.

Dieser Automatismus funktioniere inzwischen aber nicht mehr. Die Handelsunternehmen hätten sich mit dieser Strategie teilweise in erhebliche Schwierigkeiten gebracht. Häufig fehlen die Mittel für dringend erforderliche Zukunftsinvestitionen. Auch auf Seiten der Verbraucher sei ein langsamer aber grundlegender Wandel der Prioritäten feststellbar. Es entwickele sich eine "neue Mitte", so Caparros, die auf höhere Qualität, Nachhaltigkeit und mehr Service beim Einkauf setze und tendenziell auch bereit sei, dafür höhere Preise zu bezahlen. Auf diesen langfristigen Trend habe sich der Einzelhandel in Deutschland jetzt einzustellen.

Dazu gehöre auch, den Einkauf wieder emotionaler und zu einem echten Erlebnis für alle Sinne zu machen. "Unsere Märkte müssen die soziale Funktion der früheren Marktplätze übernehmen, wo man nicht nur hinging um einzukaufen, sondern auch um Menschen zu treffen, zu sprechen und etwas zu erleben." Dieses Ziel stehe nicht im Widerspruch zum ökonomischen Gebot der Effizienz. Im Gegenteil: "Emotionalität ist die höchste Form der Effizienz, die wir im Handel erreichen können", sagt Caparros.

Bei der Begrüßung des Top-Managers sagte Reinhard Schulz, dass der Handel im IHK-Bezirk derzeit gut aufgestellt sei. Dies habe die jüngste Konjunkturumfrage der IHK ergeben. Danach beurteilen 46 Prozent der befragten Handelsunternehmen ihre Geschäftslage mit gut. Dortmund sei als Einkaufsstadt ein Magnet von überregionaler Bedeutung. Starke Impulse in der städtischen Einzelhandelsentwicklung kämen aber auch aus Hamm und den zehn Kommunen des Kreises Unna.

12.10.2011

DOKUMENT-NR. 78298

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