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IHK-WIRTSCHAFTSGESPRÄCH IN SELM

Wirtschaftsstandort Selm wächst und zeigt sich gerüstet für die Zukunft

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"Trotz erheblicher Herausforderungen sollte eine Krise nicht herbeigeredet werden. Zudem entsprechen manche Schlagzeilen zu den Konjunkturaussichten nicht den Einschätzungen im Westfälischen Ruhrgebiet, die überaus positiv sind." Mit diesen Worten begrüßte Reinhard Schulz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, die Teilnehmer des Wirtschaftsgesprächs am 4. Oktober in der Burg Botzlar. Vielmehr komme es jetzt darauf an, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und diese systematisch auszubauen. Die stetig wachsende Zahl an IHK-zugehörigen Unternehmen in Selm belege die insgesamt guten Rahmenbedingungen in dieser Stadt. Die Mitte August durchgeführte Konjunkturumfrage der IHK bei über 500 Unternehmen aus der Region gebe Anlass zur Hoffnung, dass die wirtschaftliche Lage unserer Region weiterhin stabil bleibt. Schulz: "Im August bewerteten mehr als 92 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lage als gut bis befriedigend. Dies ist sogar ein leichter Anstieg im Vergleich zum Ergebnis der Frühjahrsbefragung. Die gleiche Anzahl der Befragten geht von einer mindestens gleichbleibenden Konjunktur in den kommenden Monaten aus." Abschließend zeigte sich Schulz erfreut über die Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt. Mit Datum 30. September sei die magische 5000er-Grenze bei den Neueintragungen übersprungen worden. Dies entspreche einem Plus von 7,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch erfreulicher sei die Situation in Selm. Hier konnte die Zahl der neueingetragenen Ausbildungsverhältnisse von 33 auf 56 gesteigert werden. Dies entspreche einem Plus von fast 70 %. Für dieses Engagement bedankte sich Schulz bei den Selmer Unternehmen.

Neben dem IHK-Hauptgeschäftsführer ging auch Bürgermeister Mario Löhr in seinem Vortrag näher auf die wirtschaftliche Situation in Selm ein.

Bei der Präsentation von Prof. Dr. Hartmut Holzmüller drehte sich alles um die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten des Marketings für kleinere und mittlere Unternehmen. Damit wurde auch dem Wunsch vieler Selmer Betriebe entsprochen, die der IHK auf diesem Gebiet zusätzlichen Bedarf an Know-how signalisiert haben. Der Universitätsprofessor ging dabei auf viele grundlegende Fragen der Absatzförderung ein, beispielsweise inwieweit eine Firma im Internet präsent sein muss oder welche Wege bei der Produktwerbung beschritten werden können. Schließlich hat jedes Unternehmen ein vitales Interesse daran, den eigenen Werbetat so effizient wie möglich einzusetzen. Grundlegend sei zunächst, so Holzmüller, die Formulierung von Leitlinien, um später die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen überprüfen zu können. "Das ist natürlich auch eine Kostenfrage", gibt der Marketing-Experte zu bedenken. Bei kleineren Budgets biete sich die sogenannte Mosquito-Strategie an, die Holzmüller wie folgt skizziert: "Kostengünstige Maßnahme mit geringem Aufwand für das Unternehmen, große Wirkung auf dem anvisierten Markt."

Die Präsentation eines Selmer Unternehmens ist traditionell ein fester Bestandteil des Wirtschaftsgesprächs. In diesem Jahr skizzierte der Bildungsberatungsdienst "weltweiser" sein Angebot, das grenzüberschreitende Antworten auf den Bildungshunger junger Menschen geben möchte. Immer mehr Jugendliche, Abiturienten und junge Berufstätige ziehe es in die Ferne, sagt Thomas Terbeck, Inhaber des Unternehmens. Aus völlig unterschiedlichen Motiven verspürten sie den Drang, einige Monate ihres Lebens im Ausland zu verbringen. "Ob Schüleraustausch, internationale Freiwilligendienste, Au-Pair, Work & Travel, Sprachreisen oder Praktika im Ausland – die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß." Terbeck, der als Austauschschüler, Sprachenschüler, Praktikant und Erasmus-Student bis zu seinem 25. Lebensjahr fast 40 Länder kennen gelernt hat, gab in seinem Vortrag einen Überblick über die vielfältigen Facetten von weltweiten Auslandsaufenthalten. Neben den Charakteristika der verschiedenen Programme wurden auch Kostenfragen und die Möglichkeiten der finanziellen Förderung thematisiert.

4. Oktober 2011

DOKUMENT-NR. 77662

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