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IHK-WIRTSCHAFTSGESPRÄCH IN WERNE

Mit weichen und harten Standortfaktoren für die Fachkräftesicherung

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"Allem Anschein nach können die vermehrten Wolken am Horizont der Konjunktur im IHK-Bezirk wenig anhaben." Mit diesen Worten begrüßte Thomas Rinschede, Ge­schäftsführer der AB Elektronik GmbH, die Teilnehmer des Wirtschaftsgesprächs der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund am 27. September im Hotel am Kloster. "Die Mitte August durchgeführte Konjunkturumfrage der IHK bei 500 Unterneh­men aus der Region gibt Anlass zur Hoffnung, dass die wirtschaftliche Lage unserer Re­gion weiterhin stabil bleibt. Im vergangenen Monat bewerteten mehr als 92 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lage als gut bis befriedigend." Dies sei sogar ein leichter Anstieg zum Ergebnis der Frühjahrsbefragung. Die gleiche Anzahl der Befragten gehe von einer mindestens gleichbleibenden Konjunktur aus. 

Die robuste Wirtschaftslage führe naturgemäß, so Rinschede weiter, zu einem erhöhten Fachkräftebedarf. Die damit zusammenhängenden Fragen standen daher im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Experten in der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich schnell einig: Der Wettbewerb der Regionen wird weiter an Schärfe zunehmen – und Werne müsse sich der Konkurrenz mit einem klugen, breit angelegten Konzept stellen. 

Als Geschäftsführer des größten Arbeitgebers in Werne konnte Thomas Rinschede die Brisanz dieses Themas nur unterstreichen: "Wir sind auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen, die die Stadt Werne als hochwertigen Lebensmittelpunkt wahrnehmen und dauerhaft hier bleiben. Deshalb haben wir als Unternehmen ein vitales Interesse an überzeugenden Antworten der Kommunalpolitik." Die Zeit dränge, so der Unternehmer, denn lediglich mit Überbrückungsmaßnahmen wie beispielsweise Leiharbeit packe man das Problem nicht an der Wurzel, sondern kuriere lediglich die Symptome.

An die Forderungen von Rinschede knüpfte IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz nahtlos an und bezeichnete die Sicherung zukünftiger Fach- und Führungskräfte als zentrale Herausforderung für die Region. Viele Unternehmen würden im Mangel an ge­eignetem Personal mittlerweile eine Schlüsselfrage für die langfristige Geschäftsent­wicklung erkennen. Er betonte, dass Wachstum und Wohlstand Hand in Hand mit der Fachkräftesicherung zusammenhingen und belegte dies anhand zahlrei­cher Umfragen. Schulz: "Nur mit einem Mix aus verschiedenen Instrumenten kann dem Fachkräftemangel wirksam Einhalt geboten werden. Diese 'Herkulesaufgabe' sei nur gemeinschaftlich zu bewältigen. Die IHK sehe sich hier in der Verantwortung und biete den Unternehmen ihre Hilfe an, beispielsweise durch maßgeschneiderte Weiterbildun­gen. Eine kluge Standortpolitik müsse diesen Themen offensiv begegnen und die vor­handen Stärken des Westfälischen Ruhrgebietes systematisch ausbauen. 

Im Anschluss erörterten Bürgermeister Lothar Christ und die städtische Wirtschaftsför­derin Carolin Brautlecht welchen Beitrag weiche Standortfaktoren zum Thema Fach­kräftesicherung leisten können. Bis 2050 werde die Anzahl der in Deutschland zur Ver­fügung stehenden Erwerbspersonen um 17,6 Millionen sinken. Die Kommunen seien selbstverständlich in besonderer Weise gefragt. Sie könnten vor allem durch attraktive Wohn- und Lebensbedingungen ihren Anteil dazu beitragen, ergänzte Christ. So setze man in der Lippestadt beispielsweise durch ein millionenschweres Bauprojekt für eine moderne Sekundarschule auf eine fortwährende infrastrukturelle Weiterentwicklung. 

Das IHK-Wirtschaftsgespräch wurde von Thomas Rinschede, der sich mit Jens te Kaat, Geschäftsführer der Böcker Maschinenwerke GmbH, die Moderation im Jahresrhythmus teilt, zum Anlass genommen, den neuen Regionalbeauftragten der IHK zu Dortmund für die Stadt Werne vorzustellen. Mit Matthias Stiller, stellvertretender IHK-Geschäftsführer und Leiter der Weiterbildung, hätten die Unternehmen einen Ansprechpartner für alle Belange der gewerblichen Wirtschaft. 

27. September 2011

DOKUMENT-NR. 77613

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