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Illustration

KUNST IN DER IHK

Michael Lach: Von "Dackelhörnchen" und Ufolandeplätzen

Überraschend und vielseitig ist das Werk des Dortmunder Künstlers Michael Lach, der seine Arbeiten vom 1. September bis 11. November in der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund zeigt. Michael Lach ist Diplom-Objektdesigner, hat sich aber im Laufe seines Studiums schnell auf den Bereich der experimentellen Malerei konzentriert. Hinzugekommen ist neuerdings die Auseinandersetzung mit der Fotomontage. Seine Arbeiten waren bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland zu sehen, 2009 im Torhaus Rombergpark.

„Augenfälligstes Merkmal der Kunst von Michael Lach ist, dass sie sich Erwartungen an Vollkommenheit und Präzision vollständig entzieht, und dies sowohl inhaltlich als auch stilistisch“, sagt die Dortmunder Kunsthistorikerin Dr. Sabine Weicherding. „Eine in handwerklicher Perfektion erzeugte Illusionsfläche sucht man in Michael Lachs Kunst vergeblich, dies käme in den Augen des Künstlers wohl eher einer vorsätzlichen Täuschung des Betrachters gleich.“ Lieber spüre er der Flüchtigkeit, dem Zufälligen und dem Absurden nach, und dies in einer Formensprache des Unfertigen, mitunter Rohen.

Tiere sind ein beliebtes, allgegenwärtiges Motiv in Michael Lachs Gemälden. Mit ihrer Verspieltheit, dem ihnen innewohnenden Witz bilden sie einen Gegenpol zur rational geprägten menschlichen Existenz. Gewitzt sitzen sie den Menschen auf der Schulter und schauen ihnen bei ihrem Treiben zu. Auch hier wird Michael Lachs hintersinniger Humor spürbar, etwa in der Erfindung eines „Dackelhörnchens“ und anderer nie da gewesener Tierarten.

Während sich Michael Lach in der Malerei vornehmlich mit der Darstellung von Mensch und Tier in weitgehend abstrakten Raumverhältnissen befasst, zeigen seine Fotomontagen die menschenleere, aber vom Menschen gestaltete räumliche Lebenswirklichkeit. Den Ausgangspunkt bilden Aufnahmen des Künstlers von seinen Streifzügen durch die Stadt und aus seinem täglichen Lebensumfeld. Ein Grundgefühl der Tristesse, der Gesichtslosigkeit prägt viele dieser Aufnahmen. Doch wenn auf einem grauen Balkon plötzlich ein rauchendes Männchen erscheint, wandelt sich der Charakter grundlegend. „Michael Lach negiert nicht die unschönen Seiten der Welt, doch er verleiht ihr eine neue Qualität, und bringt Humorvolles, Ironisches hinein“, erklärt Weicherding. So wandelt sich ein Spielgerät in einer absurden Konstruktion zu einem Ufolandeplatz, und auf einem Feld taucht plötzlich ein Blumenmädchen in Poesiealbum-Manier auf. „Es ist gerade die Gesichtslosigkeit des Raumes, welche den Künstler fasziniert und zu seinen absurden, humorvollen Manipulationen anregt, die er in keinster Weise versteckt“, so die Kunsthistorikerin.

Michael Lachs Kunst verweigert sich einer intakten Welt mit klaren Bezügen, logischen Schlussfolgerungen und eindeutigen Spielregeln. Er hat sich vielmehr eine Gegenwelt geschaffen, jenseits normativer Schönheit und jedweder Reglementierung. Eine Kunst, die Raum bietet für Spontanität, die nichts aufoktroyiert, sondern zulässt. Eine Kunst, in der gelacht werden darf, die mit dem Schalk im Nacken entstanden ist. Doch gerade in dem, was diese Gegenwelt vermeidet, offenbart sich ihre eigentliche Tragweite. Michael Lachs Kunst will nicht bitterernst sein, denn die Wirklichkeit ist schon ernst genug.

Die Ausstellung in der IHK kann montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr besucht werden.

5. September 2011

DOKUMENT-NR. 77262

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