Mit einem klaren und deutlichen „Ja“ bekennt sich die Wirtschaft im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund zu der Betriebszeitenverlängerung des Dortmund Airport um eine halbe Stunde. In einer aktuellen IHK-Stellungnahme, die im Rahmen des laufenden Anhörungsverfahrens dem Regierungspräsidenten in Münster als Entscheidungsinstanz übergeben wurde, heißt es: Der Dortmund Airport hat eine Schlüsselfunktion für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Ruhrgebietes und der angrenzenden westfälischen Wirtschaftsregionen.
Auch vor dem Hintergrund der Stellungnahme des Regionalverbandes Ruhr bezieht IHK-Präsident Udo Dolezych Position: „Der Bedarf an Luftverkehrsdienstleistungen durch die Wirtschaft ist hoch. Leider stehen dem Bedarf keine adäquaten Angebote gegenüber. Insbesondere Drehkreuzanbindungen sind aus Sicht der Wirtschaft unverzichtbar. Ihr Fehlen ist im Wesentlichen auf unzureichende Betriebszeiten zurückzuführen.“ Nach Ansicht der IHK besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einer Stärkung des Wirtschaftsstandortes Westfälisches Ruhrgebiet und einer Erweiterung der Betriebszeiten. Auch würden die Ziele der Luftverkehrskonzeption des Landes NRW durch diesen Schritt unterstützt.
Dolezych ist überzeugt, dass eine Betriebszeitenverlängerung sich positiv auf die Entwicklung der Wirtschaft dieser Region auswirken wird. Insbesondere die so wichtigen internationalen Beziehungen würden einen Schub erfahren. Die Region sei stark mittelständisch geprägt und gerade diese Unternehmen würden durch eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Dortmund Airport unterstützt.
Die Verkehrsinfrastruktur ist in allen Standortuntersuchungen der Standortfaktor Nummer 1 sowohl für Neuansiedlungen als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen. Der Dortmund Airport trägt nicht nur eine Verantwortung für die Stadt Dortmund, sondern für die Anbindung des gesamten Westfälischen Ruhrgebietes sowie der angrenzenden Gebiete Süd- und Ostwestfalens.
Diese Verantwortung habe auch eine gemeinsame wissenschaftliche Untersuchung mit der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH, einer Gesellschaft des RVR, ergeben. Vor allem das Ruhrgebiet sei im internationalen Vergleich mit weitem Abstand das Schlusslicht bei Angebot und Nachfrage nach Flugverbindungen. Die Nachfrage des Ruhrgebietes muss vielfach von Flughäfen außerhalb des Ruhrgebietes bedient werden.
Für Dolezych steht fest: „Wer den Flughafen nicht will, der behindert die Weiterentwicklung der Wirtschaft und gefährdet Arbeitsplätze.“ Die in den Genehmigungsunterlagen enthaltene Prognose für das Jahr 2025 sieht ein Wachstum auf 7.000 Arbeitsplätze, die durch den Dortmund Airport geschaffen bzw. gesichert werden. Ohne Erweiterung der Betriebszeiten entstehen fast 2.000 Arbeitsplätze weniger. In einer Region mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 11,3 % ist dieser Zusatzeffekt nicht hoch genug einzuschätzen.
20. Juli 2011