Das Internet macht es möglich. Anlagen aus dem westfälischen Ruhrgebiet sind künftig weltweit fertig, bevor sie gebaut werden. Das Zauberwort hierfür heißt internetbasierte Simulation. Ob innerbetriebliche Logistikabläufe oder die Steuerung von Roboteranlagen - alles kann vom heimischen PC weltweit geplant und simuliert werden. „Damit diese Simulationsanwendungen für mittelständische Unternehmen kein Wunschdenken bleiben, sondern Realität werden, müssen wir sie mit dieser Technologie vertraut machen. Denn nur so können sie im Wettbewerb auf immer dynamischer werdenden Märkten mit Ihren Produkten und Dienstleistungen bestehen.“ Mit diesen Worten eröffnete der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, Reinhard Schulz die gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Webbasierte Simulation e. V. durchgeführte Fachkonferenz „Internetbasierte Simulationen für den Mittelstand.’’
Für Prof. Dr. Gerd Grube, Geschäftsführer der carat robotic GmbH, ist die Simulation ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ohne Unterbrechung laufender Produktionsabläufe können Unternehmen künftig Probleme lösen, Fertigungsprozesse optimieren und noch kosteneffizienter arbeiten. „Wir wollen Hemmschwellen abbauen, denn viele mittelständische Unternehmen scheuen immer noch aus Kostengründen oder wegen mangelndem Fachpersonal die computergestützte Simulation.“
Um vor allem diesen kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Simulationsanwendungen zu erleichtern, hat ein Konsortium aus Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen seit 2008 mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums maßgeschneiderte webbasierte Simulationslösungen aus den Anwendungsbereichen Produktion, Logistik und Geschäftsprozesse entwickelt. Dazu wurde ein „Virtueller Marktplatz“ für Simulationsanbieter und potenzielle Anwender entwickelt, über den konkrete Produkte und Dienstleistungen online und somit kostenoptimiert bezogen werden können. Hierfür wurde das Portal www.simkmu.de eingerichtet, das auf der Fachkonferenz vorgestellt wurde.
Im Mittelpunkt der gemeinsam vom Kompetenzzentrum Webbasierte Simulation (KWS e.V.) und der IHK zu Dortmund organisierten Veranstaltung stand die Präsentation individueller Lösungen und Beispiele aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Die Fachkonferenz gab konkrete Hinweise zur Einführung von Simulationen in mittelständischen Unternehmen; darüber hinaus hatten die Teilnehmer Gelegenheit, mit Simulationsexperten ins Gespräch zu kommen und sich in einer begleitenden Fachausstellung vor Ort eingehend über verschiedene Simulationslösungen zu informieren.
18. Mai 2011