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An historischer Stätte waren auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund am 5. Mai mehr als 60 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zum traditionellen IHK-Wirtschaftsgespräch zusammengekommen. „Der Förderturm Bönen war Ausdruck für die Leistungskraft und für den Stolz der hier lebenden und arbeitenden Menschen“, unterstrich IHK-Vollversammlungs-Mitglied Markus Gröblinghoff. Der Umgang der Kumpel miteinander sei von gegenseitigem Respekt, Hilfsbereitschaft und Solidarität geprägt gewesen. „Ich habe den Eindruck, dass hier diese Werte noch lebendig sind und wir ein besonderes Klima des miteinander Umgehens in unserer Gemeinde praktizieren. Diese Kultur müssen wir beibehalten.“
Sinkende Gewerbesteuereinnahmen, Mehrausgaben für die Kreisumlage und der Ausfall von Schlüsselzuweisungen des Landes zwängen zu einem Nothaushalt. Politik und Verwaltung müssten aber die richtigen Weichen stellen und trotz der finanziellen Engpässe sinnvoll investieren. Aus Sicht der Wirtschaft gehörten beispielsweise die weitere Erschließung des InlogParcs, ein effektives Abwasserbeseitigungskonzept oder auch weitere Anstrengungen zum Ausbau der U-3-Kinderbetreuungsplätze dazu. „Es gibt keinen Grund verzagt zu sein. Dieser Standort ist handlungsfähig. Und unser Förderturm hält uns stets vor Augen, was gemeinsamer Wille an Positivem bewegen kann“, so Gröblinghoff.
Nach dem unterhaltsamen Vortrag „Geschüttelt, nicht gerührt – James Bond und Physik“ von Prof. Dr. Metin Tolan vom Lehrstuhl für Experimentelle Physik der TU Dortmund erläuterte Bürgermeister Rainer Eßkuchen die Entwicklung der Gemeinde Bönen. Rückblickend auf das vergangene Wirtschaftsgespräch sei die Situation nicht besser geworden. „Aber für eine Kommune schlagen die mittlerweile wieder positiven Quartalsberichte oder die Bilanzen der Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr natürlich noch nicht durch. Das dauert noch und erreicht die Gemeinde frühestens im nächsten, eher im übernächsten Jahr.“ Bis dahin gelte es, alle Kräfte zu bündeln und bei Unternehmen, Gewerbetreibenden, Kaufleuten, Vereinen und Organisationen sowie bei Einwohnern um Verständnis zu werben, „wenn sie merken, dass die Gemeinde den Gürtel enger schnallen muss“, so der Bürgermeister.
Wie man für mehr Energieeffizienz in der Gebäudehülle sorgen kann, stellte Architektin Birgit Vach von der Architektur- und Planungsberatung der RP Technik GmbH Profilsysteme aus Bönen vor. Ziel nachhaltigen Bauens sei es, die Gebäudequalität unter ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Gesichtspunkten zu steigern. Nachhaltige Gebäude seien wirtschaftlich effizient und umweltfreundlich sowie für Investoren, Eigentümer und Nutzer attraktiv. Thematisch schloss sich daran der Vortrag „Energie als Standortfaktor“ des Geschäftsführers der GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH, Jochen Baudrexl, an. Er bezeichnete die GSW als Leuchtturmprojekt erfolgreicher interkommunaler Zusammenarbeit und Vorzeigemodell einer erfolgreichen Re-Kommunalisierung. „Wir schaffen vor Ort nicht nur Versorgungssicherheit, sondern sind auch ein wichtiger Arbeitgeber und Auftraggeber für das heimische Handwerk und den Mittelstand“, so Baudrexel.
IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz lenkte den Blick auf den Wachstumskurs der Wirtschaft im Westfälischen Ruhrgebiet: „Nach dem rasanten konjunkturellen Abschwung 2008/2009 darf man durchaus von einem kleinen Wirtschaftswunder sprechen.“ Dies zeige in Bönen auch die gestiegene Zahl IHK-zugehöriger Unternehmen auf jetzt 766, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,5 Prozent. Auch bei den Neueintragungen von Ausbildungsverhältnissen sei eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Die Politik müsse aber für optimale Rahmenbedingungen sorgen, insbesondere für eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur, zumal Bönen ein wichtiger Logistikstandort sei. Insgesamt gesehen dürfe Bönen mit Zuversicht nach vorn blicken.
5. Mai 2011