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IHK LEGT BERICHT 2010 VOR

Die Wirtschaft ist auf einem guten Weg

„Jede Krise hatte bisher irgendwann ein Ende. 2010 war es endlich wieder so weit.“ Dieses Fazit zog Udo Dolezych, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, bei der Vorstellung des IHK-Berichts für 2010 . Die Unternehmen in Dortmund, Hamm und im Kreis Unna haben nach dem vorangegangenen wirtschaftlich schwierigsten Jahr seit Jahrzehnten wieder Mut gefasst und Tatkraft bewiesen. Dafür wurden sie mit einem Aufschwungtempo belohnt, das wenige Monate zuvor niemand für möglich gehalten hätte. „Die Wirtschaft ist auf einem guten Weg.“

Als Beleg dieser Einschätzung stellte der IHK-Präsident die Ergebnisse einer Konjunkturumfrage mit der START-Forschungsgesellschaft vor. Daran haben sich repräsentativ 594 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk beteiligt. „Die Ergebnisse, die wir am 20. März auf den Tisch bekommen haben, machen Mut und stimmen optimistisch“, so Dolezych. Zu diesem Zeitpunkt hätte man erwarten können, dass durch die schrecklichen Ereignisse in Japan die Konjunkturerwartungen gedämpfter eingeschätzt werden. „Ich bin überrascht, mit welcher Zuversicht unsere Unternehmen die gegenwärtige Lage einschätzen.“ Demnach beurteilen fast 92 Prozent der befragten Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend – gegenüber einer Umfrage vom November des vergangenen Jahres eine Steigerung von zwei Prozentpunkten.

Noch positiver sehe das Bild bei den Erwartungen für das Jahr 2011 aus. Hier gingen fast 94 Prozent davon aus, dass die Lage stabil bleibt oder sich verbessert. Ein weiterer Indikator für die derzeit gute Konjunktur sei die Investitionstätigkeit. Mehr als 87 Prozent der Unternehmen gingen davon aus, dass die Investitionen auf gleichem Niveau bleiben oder sich sogar erhöhen werden. „Dies ist ein weiterer Anstieg um fast zwei Prozentpunkte“, so der IHK-Präsident.

Als maßgeblich für den Aufschwung im Westfälischen Ruhrgebiet erwies sich laut IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz der Export: „Er war die Triebfeder für die konjunkturelle Entwicklung. Nach dem erheblichen Umsatzrückgang war 2010 ein Jahr der Konsolidierung.“ Der gesamte Auslandsumsatz ist von 3,808 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,349 Milliarden Euro im Jahr 2010 gestiegen. Trotzdem macht dies nur einen Anstieg der Exportquote im Kammerbezirk von 0,7 Prozentpunkten aus. Und damit liege der IHK-Bezirk mit einer Exportquote von 35,7 Prozent im Vorjahr immer noch hinter der Exportquote NRWs von 43,4 Prozent zurück. „Die IHK wird ihre Unternehmen mit ihrer Beratungsleistung für die Exportwirtschaft weiter intensiv begleiten“, bekräftigte Schulz. Während sich das Veranstaltungsprogramm zur Förderung der Außenwirtschaft im vergangenen Jahr auf den asiatischen und den osteuropäischen Raum konzentriert habe, werde man 2011 auch Veranstaltungen zum Thema „Lateinamerika“ anbieten.

Auch IHK-Präsident Dolezych machte den Export als Wachstumstreiber aus, in dessen Folge sich die Weltwirtschaft erholt, und insbesondere die Industrie aufgeholt habe. Nach stärker werdender Inlandskonjunktur und mehr Konsumbereitschaft habe sich die konjunkturelle Kettenreaktion mit einer Entlastung auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte, im Gegenzug stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erstmals nach der Wiedervereinigung auf fast 354.000 Personen. „Das bedeutet, der Arbeitsmarkt steht sogar besser da als vor dem Abschwung. Alles deutet darauf hin, dass sich diese positive Entwicklung auch 2011 fortsetzen wird“, so die Einschätzung Dolezychs.

IHK-Präsident Dolezych rechnet damit, dass es als Folge der Katastrophe in Japan insbesondere in der Energiepolitik zu grundlegenden Veränderungen kommen wird: „Ich setze auf vorsichtigen Optimismus. Wahrscheinlich wird die Lage der Weltwirtschaft nicht entscheidend beeinträchtigt werden.“ Eine sichere, umweltverträgliche und kostengünstige Energieversorgung sei Voraussetzung für eine stabile und wettbewerbsfähige Wirtschaft und ebenso unerlässlich für öffentliche Einrichtungen und Privathaushalte. „Ein Energiemix ist weiter vonnöten, denn kein Energieträger kann isoliert eine wirtschaftliche, sichere und nachhaltige Energieversorgung gewährleisten. Wenn die erneuerbaren Energien noch schneller wettbewerbsfähig gemacht werden sollen, muss auch die Energieinfrastruktur entsprechend ausgebaut werden. Das wird insgesamt sehr teuer, ist aber ohne Alternative.“ Es ist unserer Ansicht nach deshalb wichtig, dass über die Kosten und den Nutzen gesprochen wird, wenn das Energiekonzept erarbeitet wird.

Sorge bereiten Dolezych weiterhin die Finanzmärkte sowie die globalen Energie- und Rohstoffmärkte. Dennoch gebe es ausreichend Gründe, positiv nach vorne zu blicken. „Man kann sogar sagen, es gibt 1.000 gute Gründe – denn um so viele IHK-Unternehmen ist unsere Region im vergangenen Jahr auf nun 57.000 gewachsen. Wir freuen uns ganz besonders, denn der Zuwachs ist auch ein Ergebnis unserer intensiven Existenzgründungsberatung.“ Mehr Unternehmen seien ein Mehrwert für alle Branchen. Eine breit aufgestellte regionale Wirtschaft sei weniger anfällig für konjunkturelle und strukturelle Ausschläge. Außerdem konnten die Unternehmen im Westfälischen Ruhrgebiet wieder vermehrt ausbilden. Fast 5.000 Ausbildungsverträge wurden geschlossen, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Dolezych: „Wenn man sich die demografische Entwicklung anschaut, sind die Unternehmen auch weiterhin gut beraten, schon heute an den Personalbedarf der Zukunft zu denken – und selbst auszubilden.“

Die IHK hat die Unternehmen auch nach Zukunftsstrategien für die Region sowie nach konkreten Anregungen und Ideen dazu befragt. In der Reihenfolge ergibt sich folgendes Bild: Öffentlichkeitsarbeit und multimediale Werbung, gemeinsamer Auftritt als Metropole Ruhr, Lebensqualität am Standort durch Naherholung, Kultur und Freizeit kommunizieren, Gewerbeflächenangebot und Ansiedlung neuer Unternehmen verstärken, Förderung von regionalen Vernetzungen und Kooperationen, Veränderung des Ruhrpott-Images sowie Stärke und Vielfalt des Wirtschaftsstandortes hervorheben. Schulz: „Wenn mehr Unternehmen bei unserer Aktion „Neues aus dem Westfälischen Ruhrgebiet“ mitmachen, hätte diese Initiative schon einen sehr guten Multiplikator-Effekt. Bei dem Marketing für unsere Region kommt es ganz entscheidend auch auf die Bündelung der unterschiedlichen Initiativen an. Aber wie immer ergibt diese Fragestellung auch: Die Menschen, die hier leben, sehen die Region sehr viel positiver als diejenigen, die von außen auf sie blicken.“

Zum Bericht der IHK zu Dortmund :

Auf mehr als 50 Seiten blickt der Bericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2010 in Worten, Bildern und Zahlen zurück. Fokussiert werden Themen aus den verschiedenen Bereichen der IHK-Arbeit – von Außenwirtschaft, über Handel und Industrie bis hin zur Weiterbildung. Wie in jedem Jahr erhält der Leser auch diesmal einen Überblick über das ehrenamtliche Engagement der Unternehmer für das Westfälische Ruhrgebiet mit den Städten Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna.

5. April 2011

DOKUMENT-NR. 74053

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