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DOLEZYCH: BESSERE INFRASTRUKTUR UND AKTIVER LÄRMSCHUTZ

Tempolimit und Fahrverbote völlig konzeptlos

Verkehrsschilder, auf denen 120 steht, kosten die öffentlichen Haushalte zweifellos weniger als der Bau von Lärmschutzwällen und die Entwicklung eines vernünftigen Infrastrukturkonzeptes. Aber sie helfen weder gegen Lärm noch verbessern sie die Luftqualität. „Der ADAC hat es schon deutlich gesagt: Die geplanten weiteren Tempolimits reduzieren den Lärm nicht. Aus unserer Sicht sind sie politische Augenwischerei, die niemandem nützt, aber wirtschaftlich vielen schadet“, kritisiert IHK-Präsident Udo Dolezych die Vorschläge der Bezirksregierung für die A 42, A 44 und A 45 und zum geplanten LKW-Fahrverbot für den Durchgangsverkehr auf der innerstädtischen B 1.

"Weil kein Geld für ein allseits nutzbringendes Infrastrukturkonzept, das wirklich notwendig wäre, vorhanden ist, werden nun Placebos für Autobahn-Anwohner verteilt", kommentiert der IHK-Präsident die Pläne. Ganz offensichtlich sei der Ideengeber für den Aktionismus das Düsseldorfer Umweltministerium. "Wir appellieren an den Regierungspräsidenten in Arnsberg, die Interessen der regionalen Wirtschaft nicht mutwillig aufs Spiel zu setzen", unterstreicht Dolezych.

Ein Tempolimit von 120 würde z. B. LKWs nur unwesentlich leiser machen, weil sie schon bei Tempo 80 die vorgegebenen Lärmpegel erreichen. Auch die Behauptung, die Luftqualität würde deutlich verbessert, ist ein bloßer Beschwichtigungsversuch. Modellversuche haben nachgewiesen, dass die Luft durch geringere Geschwindigkeit keineswegs besser wird. Zumal es sich auf der Autobahn nicht um Stop-and-go-Verkehre handelt, sondern insbesondere nachts um flüssigen Verkehr. Und mit der vorgeschlagenen ganztägigen Sperrung der B 1 für Transit-LKW müssten die Autobahnen auch noch weitere 2.700 LKWs aufnehmen. Man würde das Lärmproblem nur von der B 1 zu den Autobahn-Anliegern verlagern.

„Ich kann gut verstehen, dass sich Anwohner gegen Lärm schützen wollen“, sagt Udo Dolezych. „Deshalb brauchen wir unbedingt bessere Schallschutz-Maßnahmen, und zwar aktive. Wenn der Regierungspräsident für die A 45 abschnittsweise das Tempo wechseln will, während er den A 2-Anwohnern in Brechten offensichtlich wegen fehlender Unfallgefahr Lärmschutzfenster empfiehlt, dann zeigt das nur, dass es an einem plausiblen Konzept fehlt.“

Übrigens: Während der Regierungspräsident ein Tempolimit bis 120 km/h vorsieht, legen die Umweltdezernenten der Ruhrgebiets-Städte noch "eine Schippe" drauf. Sie wollen ein Tempolimit von 100 km/h für das gesamte Ruhrgebiet. Statt den Verkehr weiter zu belasten, sollte die Verkehrsinfrastruktur schnell und erheblich verbessert werden. Dazu gehört auch die längst überfällige Untertunnelung der B 1.

10. März 2011

DOKUMENT-NR. 73228

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