In seinem Grußwort berichtete dann Bürgermeister Werner Kolter über das Engagement für den Standort Unna. Im Anschluss blickte Claus-Dieter Weibert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, auf die wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen für das Jahr 2011 und unterstrich dabei den Optimismus der Unternehmen im Westfälischen Ruhrgebiet. „Aus den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage wissen wir, dass auch in unserer Region alle Ampeln auf Grün stehen“, sagte Weibert. Die wirtschaftliche Krise gehöre im Großen und Ganzen der Vergangenheit an, und zwar branchenübergreifend. Die Zuversicht wachse in einem geradezu rasanten Tempo und die Unternehmen investierten wieder, was eine wichtige Voraussetzung sei, um bestehende Wettbewerbsvorteile zu erhalten. Zwar gebe es weiterhin konjunkturelle Risikofaktoren wie beispielsweise die Staatsschulden und die Eurokrise, doch dürfte sich die wirtschaftliche Erholung auch 2011 weiter fortsetzen. Da der Wettbewerb der Regionen weiter zunehmen werde, müsse Unna sowie das gesamte Westfälische Ruhrgebiet die vorhandenen Stärken noch besser vermarkten. Denn die positiven Konjunkturdaten dürften weder Unternehmen noch die Politik zum Ausruhen verführen, betonte Weibert.
Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt im Kreis Unna GmbH, stellte in seinem Vortrag über „Regionale Potenziale heben – Qualifizierung gegen Fachkräftemangel“ auch die Werkstatt im Kreis Unna vor. Sie wurde 1983 ins Leben gerufen, um junge Menschen ohne Schulabschluss und Berufsausbildung zu fördern und in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Fachkräftemangel sei in der Region aktuell bereits im Bereich der Ingenieurwissenschaft, im Pflegebereich und auch in der Metall- und Elektroindustrie ein Thema. „Spätestens ab 2015 ist mit einem spürbaren Rekrutierungsproblem zu rechnen, weil immer weniger Jugendliche die allgemeinbildende Schule verlassen und eine Ausbildung anstreben“, so Dörmann. Dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften auf der einen Seite stünde auf der anderen Seite eine große Zahl junger Menschen gegenüber, die im Anschluss an die Schule keine Ausbildung aufnehmen. Schließlich seien die Arbeitslosen der Region ein maßgebliches Reservoir zur Fachkräfteentwicklung und -rekrutierung. Insgesamt bringe der Fachkräftemangel neue Chancen für die benachteiligten Zielgruppen. „Diese offensiv zu nutzen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die nur in gemeinsamer Kraftanstrengung aller Akteure gelingen kann“, schloss Dörmann seine Ausführungen.
Zum Abschluss berichtete Ulf Wollrath, Geschäftsführer der IHK zu Dortmund, über die Situation und Perspektiven des Einzelhandels in Unna. Nach einer Darstellung der wesentlichen Entwicklungstrends auf der Nachfrage- und Angebotsseite stellte Wollrath Ergebnisse des Handelsreports Ruhr 2010 für die Stadt Unna dar. Mit rund 100.100 qm Verkaufsfläche in Betrieben mit mehr als 650 qm gehöre Unna im Ruhrgebiet zu den Kommunen mit einer mittleren Flächenausstattung. So seien von 2001 bis 2009 in Unna bei den größeren Einzelhandelsbetrieben per Saldo fast 22.500 qm hinzugekommen. „In der Verkaufsflächenausstattung hat Unna die 100.000 qm Marke geknackt und liegt damit immer noch knapp vor der einwohnerstärkeren Stadt Lünen“, stellte Wollrath fest. Mehr als 40 Prozent der Kunden in der Innenstadt von Unna kämen aus dem Umland. „Das ist ein Spitzenwert für ein Mittelzentrum.“ Solch einen Wert erreiche noch nicht einmal Dortmund. Insgesamt bewertete der IHK-Handelsexperte die Handels- und Innenstadtentwicklung der letzten Jahre als vollen Erfolg.
1. Februar 2011