Positiv denken
Jeden Tag aufs Neue mit negativen Wirtschaftsnachrichten
bombardiert zu werden, muss einem mehr als die „Gute Laune”
verderben. Es ist nicht zu übersehen, dass einige Banken oder
Finanzinstitute im regelmäßigen Rhythmus Milliardenbeträge
abschreiben müssen, dass die Autoindustrie den schlimmsten Einbruch
seit Jahrzehnten erlebt, selbst dem erfolgsverwöhnten Maschinenbau
die Aufträge wegbrechen und die Exportwirtschaft große Einbrüche
befürchtet. Diese schlimmen Nachrichten scheinen kein Ende zu
nehmen. Wir haben eine schwierige wirtschaftliche Situation. Die
Stimmung sinkt. Wann ist das Tal erreicht? Jeder wartet sehnsüchtig
auf positive Signale. Gibt es die?
Fakt ist, dass die bisher als Angstsparer bekannten Deutschen
gerade jetzt durch eine unvermutet gute Konsumbereitschaft
auffallen. Die Stimmung bei den Verbrauchern hat sich gegenläufig
zur Lage gebessert. Dies zeigt der zum dritten Mal in Folge
gestiegene GfK-Konsumklima-Index. Stabile Preise sorgen dafür, dass
sich das Konsumklima aufgehellt hat. Niedrigere Energie- und
Benzinpreise und die Rückerstattung der „Pendlerkosten” sind
Stimulanzen. Die Inflationsrate von zuletzt unter einem Prozent
stützt ebenfalls die Verbraucherstimmung.
Der Arbeitsmarkt ist noch relativ stabil, obwohl die Kurzarbeit
zu- und die Zeitarbeit abnimmt. Gut ist, dass im abgelaufen Jahr
8,7 Millionen Erwerbstätige in NRW (plus 1,5 Prozent) einen
breiteren Sockel bilden. Ähnlich sind die Relationen für unseren
IHK-Bezirk mit Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna. Eine weitere gute
Nachricht: Nach der jüngsten IHK-Umfrage ist derzeit kein
drastischer Stellenabbau zu erwarten.
Unser aktueller Report über die IT-Branche zeigt Erfreuliches.
Sowohl die Zahl dieser Unternehmen als auch die der dort
Beschäftigten hatte 2008 nochmals zugelegt. Insgesamt 1.477
Unternehmen mit 15.598 Beschäftigten hatten am 31. Dezember 2008
ihren Sitz in den Städten Dortmund, Hamm und im Kreis Unna. Trotz
einer schwierigen wirtschaftlichen Großwetterlage will hier die
IT-Branche 2009 auf einem stabilen Kurs bleiben. Zudem sind die
regionalen Cebit-Aussteller zufrieden. Einige andere Hinweise sind
zwar auch keine Anzeichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung,
aber zumindest kann man bei ihnen zwischendurch mal positiv
gestimmt werden: Die Zinskosten sinken weiter. Die Abwrackprämie
bewirkt hoffentlich mehr als ein Branchen-Strohfeuer. Und hoffen
wir, dass die Länder und Kommunen die zusätzlichen Investitionen in
Höhe von 13,3 Mrd. Euro wirklich schnell in Aufträge für die
Wirtschaft umsetzen. Vergessen wir nicht, dass das Konjunkturpaket
II noch weitere Maßnahmen beinhaltet, die die Konjunktur
stabilisieren können, z. B. die Verbesserungen beim
Kurzarbeitergeld oder die beschlossenen Steuerentlastungen, die
ebenfalls zu volkswirtschaftlich gewünschten Effekten führen
können.
Wir sollten den Kopf nicht in den Sand stecken und in Depression
verfallen. Nicht unnötig Ängste wecken, sondern auf unsere
Gestaltungskräfte vertrauen. Positives Denken und Handeln und das
Umsetzen von Chancen sind wichtig. Nutzen wir jede, die sich bietet
– auch im Denken.
Ihre
Udo Dolezych, IHK-Präsident
Reinhardt Schulz, IHK-Hauptgeschäftsführer