Am 23. November 2009 hat die Industrie- und Handelskammer (IHK)
zu Dortmund gemeinsam mit den IHKs im Ruhrgebiet und dem
Initiativkreis Ruhr die Veranstaltung "Luftverkehr im Ruhrgebiet -
Wachstumstreiber oder Engpassfaktor" mit rund 160 Gästen aus
Wirtschaft und Politik durchgeführt.
Die Veranstaltung gliederte sich in einen Vortragsteil und einer
Podiumsdiskussion.
Vortragsteil:
- Begrüßung und Einführung in die
Veranstaltung
Reinhard Schulz, Hauptgeschäftsführer
der IHK zu Dortmund und Peter Lampe, Geschäftsführer Initiativkreis
Ruhr
- Perspektiven der
Luftverkehrsnachfrage
Ralf Berghof, Stellv. Leiter Flughafenwesen und Luftverkehr,
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
- Entwicklung des Luftverkehrs und mögliche Folgen
für das Ruhrgebiet
Prof. Dr. Richard Klophaus, Fachhochschule Worms
- Marktumfeld im Luftverkehr und
Standortentwicklungen im internationalen Vergleich
Dirk Albrecht, Roland Berger Strategy Consultants
Die Präsentationen der Refefenten finden Sie nebenstehend in den
Downloads.
Podiumsdiskussion:
Runde 1: Politische Herausforderung
Luftverkehr
- Günter Kozlowski, Staatssekretär im Ministerium für Bauen und
Verkehr des Landes NRW
- Prof. Dr. Richard Klophaus, Fachhochschule Worms
- Dr. Herbert Lütkestratkötter, Schirmherr
„Verkehrsinfrastruktur” im IR
- Stefan Schreiber, Geschäftsführer der IHK zu Dortmund
- Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Runde 2: Luftverkehr im Ruhrgebiet
- Markus Bunk, Geschäftsführer Dortmund Airport
- Jean Christoph Debus, Vorstand Air Berlin
- Reiner Eismann, Geschäftsführer Flughafen Essen-Mülheim
- Prof. Dr. Edmund Krieger, Bereichsleiter Marketing und
Strategie bei der Flughafen Düsseldorf GmbH
- Gregor Schlüter, Senior Vice President für Marketing und
Vertrieb, Germanwings
Moderation: Kay Bandermann, Journalist, WDR
Als Ergebnisse aus der Veranstaltung können folgende Aspekte
festgehalten werden:
- Der Wachstumstrend in der Luftfahrt wird sich trotz der
aktuellen Luftfahrtkrise weiter fortsetzen. Die Bundesregierung
geht von einem Zuwachs von 60% in den nächsten 10 Jahren aus. Schon
heute sind schätzungsweise über 40.000 Arbeitsplätze direkt und
indirekt von der Luftfahrt im Ruhrgebiet abhängig.
- Die internationale Verflechtung mit den damit verbundenen
Mobilitätsanforderungen werden weiter zunehmen. Die schnelle
Erreichbarkeit anderer Wirtschaftsräume bleibt eines der
wichtigsten Standortkriterien. Das Ruhrgebiet punktet mit einer
diversifizierten Flughafenstruktur, kann seine Potenziale aber
nicht voll ausschöpfen.
- Die Leistungsfähigkeit der Flughafeninfrastruktur und die
Qualität der Verbindungen haben wesentlichen Einfluss auf die
Wettbewerbsfähigkeit des Ruhrgebietes. Das Ruhrgebiet wird die
Chancen aus dem wachsenden Luftverkehr nur dann in
Wirtschaftswachstum und Beschäftigung umsetzen können, wenn die
Bedarfe auch in dieser Region befriedigt werden können.
- Selbst bei voller Ausschöpfung aller Kapazitäten können
nicht alle Bedarfe des Ruhrgebietes durch die Flughäfen für das
Ruhrgebiet bedient werden. Insbesondere der Flughafen Düsseldorf
hat kaum noch freie Kapazitäten. In Dortmund und Essen/Mühlheim
hängt die Ausschöpfung weiterer Möglichkeiten von der Anpassung der
genehmigungsrechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen
ab.
- Das Geschäftsmodell des Geschäftsreiseverkehrs in kleinen
Maschinen ist vom Markt verschwunden. Die Fluggesellschaften
richten vornehmlich Strecken ein, auf denen täglich mehr als 150
Passagiere in jede Richtung transportiert werden können. Eine
Mischbelegung aus Privat- und Geschäftsreisenden ist weltweit das
dominierende Geschäftsmodell. Daher gibt es auch weltweit keine
reinen Geschäftsreiseflughäfen (mit Linienverkehren)
- Das Geschäftsmodell des „Business Aviation” kann die
weggefallenen klassischen Geschäftsreiseverbindungen in begrenztem
Umfang kompensieren. Die Angebote sind in der Wirtschaft noch nicht
weit genug verbreitet.