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AUSBILDUNG UND WEITERBILDUNG

Eine Initiative zum Doppel-Abiturjahrgang 2013

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Wo bekomme ich qualifizierte Bewerber für meine Ausbildungsstellen her? Diese Frage stellen sich auch im Westfälischen Ruhrgebiet zunehmend mehr Unternehmen. Der Fachkräftemangel, er wird auch auf dem Ausbildungsmarkt sichtbar: Die Zahl der Schulabgänger sinkt und die besonders qualifizierten unter ihnen - die Abiturienten - streben in immer größerer Zahl ein Studium an. Schlechte Aussichten für die duale Berufsausbildung, wenn man sich nicht beizeiten auf die Situation einstellt und seine Nachwuchsrekrutierung anpasst.

Im Jahr 2013 allerdings wird alles anders sein: Dann nämlich kommt der „Doppelte Abiturjahrgang“ auf den Markt – der letzte Jahrgang des bislang neunjährigen und der erste des inzwischen achtjährigen Gymnasiums. Weil diese Schulzeitverkürzung nur bei Gymnasien, nicht aber bei Gesamtschulen und Berufskollegs greift, kann zwar von einer tatsächlichen Verdoppelung der Abiturientenzahlen nicht die Rede sein, der Effekt bleibt aber beachtlich: Im kommenden Jahr werden 179.000 Studienberechtigte die Schulen des Landes verlassen, 50.000 mehr als in diesem Jahr. Allein im Westfälischen Ruhrgebiet mit den Städten Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna werde es gut 3.000 mehr sein. Sie alle wollen und müssen ihren Bildungsweg möglichst nahtlos fortsetzen. Das ist eine große Herausforderung, aber aus der Sicht der Wirtschaft auch eine große Chance.

Die Herausforderung, der einmalig stark erhöhten Zahl von Abiturienten den unmittelbaren Übergang in nachfolgende Bildungswege zu sichern, besteht naturgemäß in erster Linie für die Hochschulen. Denn rund 80 Prozent eines Abiturjahrgangs nehmen in der Regel ein Studium auf. Die Hochschulen sind darauf vorbereitet. Insbesondere durch die Umsetzung des Hochschulpakts II ist es ihnen möglich, zusätzliche Studienanfänger über die bisherigen Kapazitäten hinaus aufzunehmen. Jeder studierwillige und geeignete Abiturient auch des Doppel-Abiturjahrgangs 2013 soll einen qualifizierten Studienplatz erhalten - wenn auch nicht unbedingt in seinem Wunschberuf oder an seinem Wunschstudienort.

Aber auch für die Unternehmen stellt das Jahr 2013 eine Herausforderung dar, denn etwa jeder fünfte Hochschulzugangsberechtigte strebt eine duale Berufsausbildung an. Dies bedeutet für 2013 rund 600 zusätzliche Bewerber um Ausbildungsplätze in allen Wirtschaftsbereichen. Diese zu befriedigen, ist in einer Region mit nach wie vor eher unausgeglichenem Ausbildungsmarkt kein Selbstläufer - aber durchaus machbar.

Denn der Doppelabiturjahrgang ist für die ausbildende Wirtschaft auch eine große Chance - die vielleicht letzte Chance, sich noch einmal aus einem großen Reservoir an besonders qualifizierten Bewerbern bedienen zu können. Die Zahl der Schulabgänger mit Studienberechtigung wird nämlich nicht nur 2014 auf „Normalmaß“ zurückkehren, sie wird in den Folgejahren kontinuierlich sinken und den bereits bei den anderen Abschlüssen vorhandenen Trend verstärken. Wer seinen Nachwuchsbedarf in diesem Jahrzehnt decken will, tut von daher gut daran, gerade 2013 mit erhöhten Neueinstellungen vorzusorgen.

Die IHK rät ihren Mitgliedsunternehmen deshalb, die Herausforderungen des Doppelabiturjahrgangs nicht nur verantwortungsbewusst anzunehmen, sondern die darin liegenden Chancen im Interesse der langfristigen Fachkräftesicherung aktiv zu nutzen. Zusätzliche Ausbildungsplätze für Abiturienten bereitzustellen, ist die Lösung für beide Zielsetzungen, darf aber natürlich nicht zu Lasten der Ausbildungschancen von Absolventen mit Haupt- oder Realschulabschluss gehen. Einem solchen Verdrängungseffekt sind nach Einschätzung der IHK allerdings auch enge Grenzen gesetzt, weil sich die Berufswünsche von Abiturienten und die von Haupt- und Realschülern regelmäßig deutlich unterscheiden.

Die IHK unterstützt ihre Unternehmen wie bisher schon auch bei der Besetzung zusätzlich angebotener Ausbildungsplätze im Rahmen des Doppelabiturjahrgangs. Sie hilft den Unternehmen, über Schulkontakte und Direktansprache geeignete Bewerber für die zusätzlichen Plätze zu finden. Und sie berät die Unternehmen, wenn es um die Ausgestaltung von besonders attraktiven Ausbildungsgängen geht.

DOKUMENT-NR. 138646

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